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Geldanlage: wenn „heiße Tipps“ zum Glücksspiel werden

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Geldanlage: wenn „heiße Tipps“ zum Glücksspiel werden

Frühjahr 2026 - Lesezeit: 4 Minuten

Das Versprechen vom schnellen Geld kann verlockend sein. Doch wie im Casino droht bei „todsicheren Anlagen“ der Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Private-Banking-Beraterin Anja Mardt erklärt, warum Geduld, Planung und Risikostreuung langfristig erfolgreicher sind als jeder Geheimtipp.

Hier eine Erfolgsgeschichte, dort eine zugeraunte Information, dazwischen ein heißer Tipp: Geldanlage fühlt sich heute oft an wie ein Marktplatz der Möglichkeiten. Doch wer in diese Welt zu tief eintaucht und sich von ihr treiben lässt, überschreitet bisweilen den schmalen Grat zwischen planvollem Investieren und reinem Glücksspiel. Doch genau dieser Grat entscheidet über langfristigen Erfolg oder teure Enttäuschung.


  Depotoptimierung: So hilft die VBLH bei der Risikostreuung

Wann lohnt sich eine Depotoptimierung und wie läuft sie ab? Unsere Experten geben Orientierung: Sven Lohmann und Christian Marckwardt, beide Private-Banking-Berater in der Region Buchholz-Nordheide, erklären, wie Ziele, Risikoneigung und Renditeerwartung zusammenfinden – für mehr Planbarkeit im Vermögen. Hier geht es zum Video. 

Die Sehnsucht nach der Abkürzung

Das weiß auch Anja Mardt. Die Private-Banking-Beraterin der Volksbank Lüneburger Heide eG (VBLH) beobachtet gerade in Zeiten volatiler Märkte, wie anfällig viele Menschen für vermeintliche Abkürzungen auf dem Weg zum Wohlstand sind. „Der Wunsch nach schnellem Erfolg ist menschlich. Geschichten über angebliche ‚Wunderrenditen‘ sprechen unser Belohnungssystem an – viel stärker als unspektakuläre, aber solide Finanzplanung.“ Das ist kein neues Phänomen. Schon im 17. Jahrhundert trieben Tulpenzwiebeln in den Niederlanden absurde Preise (siehe Infokasten weiter unten). Heute übernehmen Kryptowährungen wie Bitcoin oder einzelne Trendaktien diese Rolle.

Anja Mardt, Private-Banking-Beraterin der VBLH in Buchholz

„Diversifikation ist kein Selbstzweck, sondern ein Sicherheitsnetz, das das eigene Vermögen schützt.“

Anja Mardt, Private-Banking-Beraterin der VBLH in Buchholz.

Blindes Vertrauen kann teuer werden

Problematisch wird es vor allem dann, wenn Anleger ihren Tippgebern blind vertrauen und ihre Entscheidungen nicht mehr hinterfragen – und dann hohe Summen einsetzen. „Ein häufiger Fehler ist, Risiken auszublenden, weil etwas als ‚sicherer Tipp‘ verkauft wird“, erklärt Mardt. Ein weiterer Klassiker: Man hört vor allem die lauten Erfolgsgeschichten und übersieht, wie viele auf dem gleichen Weg – leise – gescheitert sind.


   Aufsicht mit Weitblick: Henning Kuhlmann im Gespräch

Kuhlmann, wie er gemeinsam mit dem Vorstand die Volksbank Lüneburger Heide zukunftssicher aufstellen will – und warum eine Volksbank gerade jetzt den Unterschied macht. Hier erfahren Sie mehr! 

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Warum „Alles auf eine Karte“ gefährlich ist

Besonders kritisch sieht die Beraterin die Alles-auf-eine-Karte-Mentalität, die diese Form des Investments oft zwangsläufig mit sich bringt. „Diversifikation ist kein Selbstzweck. Sie ist das Sicherheitsnetz, das verhindert, dass ein einzelnes Ereignis das gesamte Vermögen beschädigt.“ Wer all sein Geld in eine einzige Chance steckt, ist nicht mehr Anleger, sondern Glücksspieler. 


       Der Hype am Neuen Markt: wenn Erwartungen explodieren

Ende der 1990er-Jahre entstand in Deutschland der „Neue Markt“, eine Börsensegmentation für junge, wachstumsstarke Technologie- und Internetfirmen. Inspiriert von US-Vorbildern wie dem Nasdaq stieg die Attraktivität dieser Unternehmen rapide. Anleger investierten massenhaft in junge Techfirmen – oft ohne nachhaltige Geschäftsmodelle. Kurse stiegen rasant, getrieben von Zukunftshoffnungen statt realen Erträgen.

Der Wendepunkt kam im Jahr 2000: Techaktien fielen dramatisch, zahlreiche Unternehmen verloren einen Großteil ihres Wertes oder mussten Insolvenz anmelden. Viele Privatanleger erlitten hohe Verluste. Als besonders eindrückliche Beispiele für den Absturz gelten EM.TV (Kurssprung von 18 auf über 100 Euro, anschließend 99 Prozent Kursverlust), Intershop (von 7 auf über 80 Euro, später 95 Prozent Verlust) und Mobilcom ( von 20 auf über 300 Euro, später 95 Prozent Verlust).

Finfluencer: Einstieg ja, Ersatz nein

Auch der Einfluss von Finfluencern, also Menschen, die auf Social Media über Finanzthemen sprechen, wird in der Beratung zunehmend thematisiert. „Sie können motivieren, sich mit Finanzen zu beschäftigen. Das ist positiv“, räumt Mardt ein. „Aber sie ersetzen keine individuelle Strategie.“ Ihr Rat: Inspiration ja – aber Entscheidungen erst nach Quellencheck und persönlicher Einordnung.


     Warnsignale bei „sicheren Tipps“

Bestimmte Muster tauchen bei fragwürdigen Anlageempfehlungen immer wieder auf:

  • hohe oder sogar vermeintlich garantierte Renditen, oft ohne nachvollziehbare Erklärung
  • Verharmlosung oder Verschweigen von Risiken
  • Zeitdruck („Jetzt einsteigen, sonst ist es zu spät“)
  • emotionale Argumente statt Zahlen und plausibler Zusammenhänge
  • Betonung einzelner Erfolgsgeschichten

Seriöse Anlagen erfordern keine Dringlichkeit und keine Geheimhaltung. Sie lassen sich erklären, hinterfragen und in eine langfristige Strategie einordnen. Ein guter Grundsatz: Je größer das Versprechen ist, desto kleiner sollte das Vertrauen des Anlegers sein.

Der größte Renditehebel? Geduld!


Eine zentrale Rolle bei der Vermögensentwicklung spielt übrigens der Faktor Zeit. „Geduld ist einer der am meisten unterschätztesten Renditefaktoren“, weiß Mardt. Kurzfristige Schwankungen seien normal, langfristig wirkten jedoch Zinseszinseffekte und wirtschaftliches Wachstum. „Der Markt ist kurzfristig oft schwankend und bisweilen auch irrational, langfristig aber erstaunlich vernünftig.“

Der größte Renditehebel? Geduld!



      Private Banking in Buchholz: persönlich und nah

Vermögen ist mehr als Zahlen – es spiegelt Lebenspläne, Werte und Wünsche wider. Die Buchholzer Private-Banking-Abteilung der Volksbank Lüneburger Heide versteht das und begleitet ihre Kunden langfristig. Hier lernen Sie das Team kennen, dem auch Anja Mardt angehört. 

Orientierung im Informationsdschungel


Angesichts der Informationsflut stellt sich für viele die Frage, wem man heute noch trauen kann. „Seriöse Informationen erklären Zusammenhänge und benennen Risiken“, betont Mardt. Skeptisch werde sie bei emotionalem Verkaufsdruck, garantierten Renditen oder angeblichen Insiderchancen. „Wenn etwas klingt wie ein Geheimtipp, ist es meist keiner.“


   Die Tulpenblase – als Investieren zum Glücksspiel wurde

Die sogenannte Tulpenmanie gilt als eine der ersten dokumentierten Spekulationsblasen der Wirtschaftsgeschichte. In den 1630er-Jahren werden Tulpen in den Niederlanden zu Statussymbolen. Besonders seltene Züchtungen erzielen Preise, die dem Wert eines Hauses entsprechen.

Was als Handel mit realen Gütern beginnt, entwickelt sich rasch zu einem Markt für Erwartungen. Tulpenzwiebeln wechseln mehrfach den Besitzer, oft noch bevor sie überhaupt gepflanzt sind. Gehandelt wird nicht mehr die Pflanze, sondern die Hoffnung auf weiter steigende Preise. Verträge werden auf zukünftige Lieferungen abgeschlossen – faktisch eine frühe Form von Derivaten.

Der Wendepunkt kommt dann abrupt. Als erste Käufer aussteigen und keine neuen mehr bereit sind, die hohen Preise zu zahlen, schwindet das Vertrauen. Innerhalb kurzer Zeit verlieren Tulpen dramatisch an Wert. Viele Anleger stehen vor dem Ruin.

Die zentrale Lehre bis heute: Wenn sich Preise vollständig von realem Nutzen und wirtschaftlichen Fundamenten lösen und nur noch auf der Erwartung weiterer Käufer beruhen, wird aus einer Investition eine Spekulation – wie im Casino.

Beratung ist kein schneller Tipp

Professionelle Beratung unterscheide sich letztlich genau darin vom schnellen Online-Tipp. „Wir liefern keine Momentaufnahmen, sondern begleiten langfristig.“ Finanzplanung sei kein Casino-Abend, sondern eher eine gemächliche Reise – mit Zwischenstopps, Sicherheitsreserven und einem klaren Ziel vor Augen. „Das klingt zwar manchmal ein wenig langweilig. Aber der Erfolg gibt uns recht.“

Jetzt den nächsten Schritt gehen

Sie wollen Ihre finanzielle Zukunft auf solide Beine stellen – oder schauen, wo es in Ihrer Planung noch Lücken gibt? Dann sind wir der richtige Ansprechpartner. Das Private-Banking-Team nimmt sich Zeit für Sie und erörtert mit Ihnen alle relevanten Fragen, um zu einer maßgeschneiderten Lösung zu kommen. Hier können Sie einen Termin vereinbaren. 

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