Die Tulpenblase – als Investieren zum Glücksspiel wurde
Die sogenannte Tulpenmanie gilt als eine der ersten dokumentierten Spekulationsblasen der Wirtschaftsgeschichte. In den 1630er-Jahren werden Tulpen in den Niederlanden zu Statussymbolen. Besonders seltene Züchtungen erzielen Preise, die dem Wert eines Hauses entsprechen.
Was als Handel mit realen Gütern beginnt, entwickelt sich rasch zu einem Markt für Erwartungen. Tulpenzwiebeln wechseln mehrfach den Besitzer, oft noch bevor sie überhaupt gepflanzt sind. Gehandelt wird nicht mehr die Pflanze, sondern die Hoffnung auf weiter steigende Preise. Verträge werden auf zukünftige Lieferungen abgeschlossen – faktisch eine frühe Form von Derivaten.
Der Wendepunkt kommt dann abrupt. Als erste Käufer aussteigen und keine neuen mehr bereit sind, die hohen Preise zu zahlen, schwindet das Vertrauen. Innerhalb kurzer Zeit verlieren Tulpen dramatisch an Wert. Viele Anleger stehen vor dem Ruin.
Die zentrale Lehre bis heute: Wenn sich Preise vollständig von realem Nutzen und wirtschaftlichen Fundamenten lösen und nur noch auf der Erwartung weiterer Käufer beruhen, wird aus einer Investition eine Spekulation – wie im Casino.