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Spielmuseum Soltau: Generationen spielend verbinden

Hinter den Kulissen

Spielmuseum Soltau: Generationen spielend verbinden

Sommer 2026 - Lesezeit: 3 Minuten

Das Spielmuseum Soltau zeigt Spielzeug aus mehreren Jahrhunderten. Einige Exponate dürfen Besucher auch ausprobieren. Die Stiftung der Volksbank Lüneburger Heide eG (VBLH) unterstützt das Haus dabei, diese zu erhalten.

Wer in Museen Exponate anfasst, riskiert meist eine Rüge der Aufsicht. Im Spielmuseum Soltau ist das anders. Das Museum ist mehr als ein reiner Ausstellungsort. Zwar stehen auch hier seltene historische Stücke geschützt hinter Glas. Es gibt jedoch überall Objekte, bei denen Anfassen und Ausprobieren ausdrücklich erwünscht sind. „Die meisten Menschen haben zu Spielsachen einen unverstellten emotionalen Zugang. Ältere erinnern sich, wie sie früher gespielt haben, Kinder wollen ihnen Unbekanntes ausprobieren“, sagt Dr. Antje Ernst. „Bei uns ist das möglich.“

Aufgebaut mit ehrenamtlicher Arbeit 

Seit über 40 Jahren schenkt das Spielmuseum so Freude und Erinnerungen. Antje Ernst leitet das Haus ehrenamtlich, gemeinsam mit ihrem Mann. Dessen Mutter begann bereits in den 1960er-Jahren, die ersten Spielzeuge zusammenzutragen. Anfangs präsentierte sie diese in zwei Räumen im eigenen Wohnhaus. Doch die Sammlung wuchs schnell. Seit 1988 haben die bunten Schätze nun ein Zuhause in einem historischen Wohn- und Geschäftshaus im Zentrum von Soltau – und seit 2013 auch in einer Zweigstelle gegenüber.

In den Häusern können Besucher Spielsachen aus mehreren Jahrhunderten entdecken. Die Sammlung reicht von Eisenbahnen zu Stofftieren, von winzigen Miniaturen bis zum mehrere Meter hohen Puppenhaus von 1875. Beeindruckend ist auch eine Ritterburg, die ein Großvater mit seinen Enkeln aus recycelten Materialien gebaut hat. Solche Stücke wecken bei vielen Besuchern Lust, selbst etwas zu basteln. Das Museum hält dafür verschiedene Angebote vor, zum Beispiel Spiele für kreatives Bauen oder zum Legen von Magnetmosaiken.

Im Spielmuseum Soltau
Dr. Antje Ernst, Museumsleiterin

„Spielen heißt, sich ausprobieren. Im Spiel kann man relativ gefahrlos in andere Rollen schlüpfen, soziale Interaktion üben und sich zwischen Freiheit und Regeln verorten lernen.“

Dr. Antje Ernst, Museumsleiterin 

Das Spielmuseum Soltau

Das Spielmuseum Soltau öffnet täglich von 10 bis 18 Uhr. Dabei unterstützen viele Ehrenamtliche. Wer mitspielen oder mitmachen möchte, findet weitere Informationen auf der Website des Spielmuseums

Investition in Spielfreude und Infrastruktur

Wenn Spielzeug intensiv genutzt wird, nutzt es sich naturgemäß auch ab. Gerade erhaltene Fördergelder der Stiftung der Volksbank Lüneburger Heide helfen dem Museum dabei, Dinge zu ersetzen und einige dringende Anschaffungen zu tätigen. „Das interaktive Konzept des Museums ist etwas sehr Besonderes“, findet Frank Mohr, Bereichsleiter Private Banking und ehrenamtlicher Vorstand der Stiftung. Er begründet die Zuwendung wie folgt: „Spielen verbindet Generationen. Das möchten wir unterstützen.“

Seit fast 30 Jahren fördert die Stiftung der Volksbank Lüneburger Heide Initiativen und Akteure, die mit ihrem sozialen, kulturellen oder nachhaltigen Engagement die Region lebenswerter machen. Gegründet wurde sie bereits 1999, anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der damaligen Volksbank Soltau. Seitdem hat die Stiftung 319 Projekte unterstützt (Stand April 2026). Mehr als 500.000 Euro flossen so in gemeinnützige Zwecke. „Wir sind hier fest verwurzelt. Es ist uns wichtig, Verantwortung für unsere Region zu übernehmen und sie langfristig zu stärken“, so Frank Mohr. 

Logo Spielmuseum Soltau
Frank Mohr, Bereichsleiter Private Banking und ehrenamtlicher Vorstand der Stiftung

„Die schönsten Momente der Stiftungsarbeit sind jene, in denen wir die unmittelbare Wirkung unserer Hilfe erleben dürfen.“

Frank Mohr, Bereichsleiter Private Banking und ehrenamtlicher Vorstand der Stiftung 

Junge Talente für die Region 

Ein Fokus der Stiftung liegt deshalb auf der Förderung junger, insbesondere handwerklicher Talente auf ihrem Berufsweg – eine Investition in die wirtschaftliche Zukunft. Mit dem sogenannten Deutschlandstipendium fördert die Stiftung leistungsorientierte und sozial engagierte Studierende an der Leuphana Universität Lüneburg. Die Stiftung sei jedoch sehr breit aufgestellt, so der Stiftungsvorstand: „Die von uns geförderten Projekte reichen von Bildung bis Sport, von Religion bis Völkerverständigung.“ 

Kleine Initiativen müssen keine Angst vor dem unbürokratischen Bewerbungsprozess haben. „Uns genügt ein formloser Antrag, zum Beispiel über unsere Website“, erklärt Mohr. Wichtig sind nur eine Projektbeschreibung und ein nachvollziehbarer Finanzierungsplan.

Spielmuseum Soltau von außen
Nürnberger Rennschlitten um 1730
Autobaukasten um 1910

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Auf unserer Website finden Sie alle Informationen zu den Fördermöglichkeiten der Stiftung.  

Kleine Beträge, große Wirkung 

Um die Fördermittel aufzubringen, setzt die Volksbank auch auf ihre Mitglieder. Wer das Modell „Spende statt Dividende“ wählt, verzichtet auf seinen Anteil am genossenschaftlichen Gewinn. Das Geld fließt dann über unsere Stiftung in Initiativen vor Ort. Selbst kleine Beträge erzielen so große Wirkung. Frank Mohr dazu: „Gemäß unserem genossenschaftlichen Leitsatz: Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“

Wer die Region mit größeren Summen unterstützen möchte, für den bieten sich eine Spende oder Zustiftung an. Während die Spende unmittelbar für aktuelle Projekte genutzt wird, erhöht die Zustiftung das Grundkapital der Stiftung. Die Erträge daraus kommen langfristig gemeinnützigen Zwecken zugute. „Beides sind wichtige Zeichen gesellschaftlicher Solidarität“, betont Mohr. Und unkomplizierte Lösungen für Menschen, die der Region etwas zurückgeben möchten, ohne selbst eine Stiftung zu gründen.

Das Spielmuseum hat gerade 5.000 Euro Fördergeld erhalten. Ein Teil davon hilft, die Bestuhlung im „Fliegenden Klassenzimmer“ zu erneuern. Es wird von Schulklassen genutzt, für Workshops, Lesungen, aber auch Kindergeburtstage. Das Geld ermöglicht zudem Gastspiele eines Figurentheaters und neue Spielsachen zum Mitmachen. Vor allem die Figuren der magnetischen Tischfußballspiele sehen nach den vielen Turnieren ziemlich erschöpft aus. „Die Trikots sind kaum noch zu erkennen“, sagt die Museumsleiterin. Die Stiftung schickt deshalb frische Spieler auf den Platz – damit Familien hier auch in Zukunft gemeinsam Erinnerungen schaffen.

Spielmuseum Soltau

Was braucht es, um eine eigene Stiftung zu gründen? 

 Das erklärt Frank Mohr, Vorstand der Stiftung der Volksbank Lüneburger Heide, hier im Video. 

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