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4. Digitalen Wirtschaftstag VBLH 2023

Veranstaltungen

„Kein Hexenwerk“: Digitaler Euro, Bitcoin und Blockchain 

Winter 2023 - Lesezeit: 3 Minuten

Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran und mit ihr die Evolution unserer Zahlungsmittel. Hochkarätige Gäste unseres 4. Digitalen Wirtschaftstages brachten ein wenig Licht ins Dunkel der Digital- und Kryptowährungen. 


Mit Sarah Palurovic, Geschäftsführerin der Digital Euro Association, und Jens Holeczek, Gruppenleiter Digitale Zahlungssysteme beim Bundesverband Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., waren zwei hochkarätige Fachleute zu Gast. Fernsehjournalist und Moderator Frank Bethmann sowie Ulrich Stock, Vorstandssprecher der Volksbank Lüneburger Heide, komplettierten die Expertenrunde.

Sarah Palurovic legte in ihrer kurzen Keynote den inhaltlichen Grundstein für die sich anschließende Diskussion. Unter anderem erläuterte die Fachfrau die Kernkonzepte von digitalen Währungen, Kryptowährungen und Stablecoins, ebenso die dafür notwendige Blockchain-Technologie, die dahintersteckt. Dies alles sei ihrer Meinung nach „kein Hexenwerk.“

 

 

 

 

Sarah Palurovic, hier im Gespräch mit Jens Holeczek, berät in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Digital Euro Association deutsche und EU-politische Entscheidungsgremien (zum Beispiel die BaFin) zu Themen rund um digitale Währungen. Gleichzeitig ist sie wissenschaftliche Projektmanagerin des Frankfurt School Blockchain Center und neben dem Aufsatz des Masters in Blockchain & Digital Assets auch in dessen Lehre an der Frankfurt School of Finance & Management tätig. Sarah Palurovic hat zudem einen deutsch-schwedischen Doppelabschluss als Bachelor of Arts in International Management.

Sarah Palurovic, hier im Gespräch mit Jens Holecze
Sarah Palurovic, hier im Gespräch mit Jens Holecze

Ergänzung statt Ersatz

Ulrich Stock ging in seinen Ausführungen vor allem auf die Rolle der Regionalbanken ein und betonte, dass das geplante digitale Zentralbankgeld eine Ergänzung und keine Ablösung des Bargeldes sein soll. „Niemand hat die Absicht, unser Bargeld abzuschaffen“, sagte er und spielte damit humorvoll auf die Aussage Walter Ulbrichts aus Juni 1961 an.

„Eine Entscheidung für oder gegen den digitalen Euro ist noch nicht gefallen“, so Stock weiter. Und: „Für mich hat der digitale Euro eine Daseinsberechtigung als sicheres und alternatives Zahlungsmittel, aber nicht als zusätzliches Zahlungssystem.“ 

Vorstandssprecher Ulrich Stock der Volksbank Lüneburger Heide eG

„Niemand hat die Absicht, unser Bargeld abzuschaffen.“

Vorstandssprecher Ulrich Stock der Volksbank Lüneburger Heide eG

Chancen des digitalen Euros

Jens Holeczek erläuterte dem Publikum die verschiedenen politischen Ziele, die mit einem digitalen Euro erreicht werden könnten. Dazu gehört die Stärkung der Souveränität Europas und die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems.

 

 

 

 

 

 

Jens Holeczek war als Bereichsleiter einer Genossenschaftsbank unter anderem verantwortlich für den digitalen Zahlungsverkehr und den medialen Vertrieb. Es folgten fünf Jahre in der Vertriebsberatung und der Projektbegleitung bei einem genossenschaftlichen Regionalverband. Seit 2020 verantwortet er beim BVR als Gruppenleiter den Digitalen Zahlungsverkehr, das Onlinebanking und damit verbundene Angebote wie Digitaler Euro. Für den Digitalen Euro ist er einer von drei Projektleitern für die Genossenschaftliche FinanzGruppe in Deutschland.

Jens Holeczek
Jens Holeczek
Digitale Währungen

Ein Pionierprojekt der Zentralbanken

„Die Einführung eines digitalen Euros ist ein Experiment, das es noch nie zuvor gegeben hat. Aber es ist ein wichtiges Thema, mit dem sich Zentralbanken weltweit beschäftigen sollten“, sagt Sarah Palurovic.

Drei Risikostreuungsstrategien für drei Vermögensgrößen

BeispieleMerkmaleVorteileHerausforderungen
Kryptowährungen

Bitcoin, Ethereum, Tether

Dezentralisierte Währungen basierend auf Kryptographie und Blockchain-Technologie

Schnelle Transaktionen, besonders sicher durch Blockchain.

Können starken Wertschwankungen unterliegen und erfordern technische Kenntnisse.

Digitale Zentralbankwährungen (CBDC)

Perspektivisch digitaler Euro, Sand Dollar (Bahamas), Jam-Dex (Jamaika)

Digitalisierte Form des Staatsgeldes. Ausgegeben und reguliert von den Zentralbanken

Schnelle Transaktionen, besonders sicher durch Blockchain- oder ähnliche Technologie. Niedrigere Transaktionskosten, verbesserte finanzielle Inklusion

Entwicklung von einheitlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen schwierig. Datenschutzbedenken, negative Auswirkungen auf das traditionelle Bankensystem durch Abfluss von Geldern.

Digitale Währungen sind elektronische Zahlungsmittel, die für Transaktionen auf digitalen Plattformen verwendet werden. Sie existieren nur in elektronischer Form und werden nicht physisch gedruckt. Ein digitaler Euro wäre der „digitale Zwilling“ unseres Bargelds, ausgegeben von den Zentralbanken des Euroraums. Wie Bargeld nutzbar, aber virtuell und offline. Er wäre immer gleichwertig zum Euro und ein sicheres, universell einsetzbares und effizientes Zahlungsmittel, anwendbar für alle Arten von Zahlungen.

Wer entscheidet eigentlich in einer Genossenschaftsbank?

Und welche Aufgaben haben Vorstand, Aufsichtsrat und Vertreterversammlung? Das erfahren Sie hier