Zahlen sagen nicht alles über ein Unternehmen. Mewerik Henze weiß das. Die Bilanzen sind zwar ein wichtiger Teil des Bildes – das ganze Potenzial eines Unternehmens erschließt sich jedoch oft erst im persönlichen Gespräch vor Ort. Für Henze heißt das: raus aus dem Büro, rein in die Betriebe. Es macht seinen Job interessanter: „Ich lerne Menschen kennen und bekomme Einblick in ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche“, sagt er. Der 27-Jährige ist Mittelstandbetreuer bei der VBLH. Als solcher berät er die Unternehmer in der Region, zum Beispiel, wenn Investitionen anstehen oder die Liquidität gesichert werden muss. Sich regelmäßig mit seinen Kunden auszutauschen, ist deshalb nicht nur abwechslungsreich. Es schafft die nötige Basis für gegenseitiges Vertrauen.
Gemeinsam Chancen nutzen
Ins Bankgeschäft wollte Henze schon als Schüler. Die Suche nach einem Praktikumsplatz führte ihn zur VBLH. Die Atmosphäre dort gefiel ihm so gut, dass er sich nach dem Abitur um einen Ausbildungsplatz bewarb. Mittlerweile ist er seit neun Jahren im Haus und derzeit in der Region Buchholz-Nordheide tätig. Erst arbeitete er als Geschäfts- und Gewerbekundenbetreuer. Als Mittelstandbetreuer verantwortet er nun größere Einzelkreditvolumina und unterstützt Firmen unter anderem bei strategischen Entscheidungen. In diese Aufgabe konnte er auch durch die Förderung seiner Vorgesetzten hineinwachsen: „Sie haben mir immer die nächsten Schritte in meiner beruflichen Entwicklung ermöglicht.“ Entsprechend motiviert geht Henze seine Arbeit an.
Den Vormittag verbringt er meist am Schreibtisch: E-Mails checken, Telefonate führen, Kreditanträge prüfen. Nachmittags setzt er sich dann ins Auto und fährt zu seinen Kunden. Mal besucht er eine Zimmerei, mal einen Hersteller für Schutzbekleidung oder einen Produzenten von Fräsmaschinen. Die Branchen, mit denen er zu tun hat, sind vielfältig. „Mit Unternehmern vor Ort zu sein, hilft mir, ihr Geschäftsmodell besser zu verstehen“, erklärt Henze. So kann er individuelle Lösungen anbieten.
Unser Ansprechpartner für die Landwirtschaft
Matthias Sekerdick ist Bankkaufmann und leidenschaftlicher Landwirt. Er unterstützt die Höfe in der Region dabei, die alternative Energiegewinnung voranzubringen. Lesen Sie hier mehr.
Nah dran, wenn es drauf ankommt
Diese Nähe ist besonders entscheidend, wenn es mal schwierig wird. Henze erinnert sich an ein Unternehmen, das durch eine angekündigte Gesetzesänderung in einen Liquiditätsengpass geriet. Die Fixkosten liefen weiter, die Einnahmen sanken. „Wir haben an die dauerhafte Tragfähigkeit geglaubt und deshalb kurzfristig mit einem Darlehen unterstützt, um das Ganze abzufangen.“ Ebenfalls problematisch für Betriebe sind Zahlungsausfälle. Bundesweit steigt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen, und das betrifft auch die Region Lüneburger Heide. Fällt einer ihrer Geschäftspartner aus, kann das die finanzielle Stabilität von Mewerik Henzes Kunden gefährden. Solche Risiken bespricht der Betreuer im jährlichen „Unternehmerdialog“, den die Volksbank Lüneburger Heide für ihre Mittelständler etabliert hat. „Rechtzeitig miteinander zu sprechen ist der beste Weg, damit aus einem Engpass keine Krise wird“, ist Henze überzeugt.
Neben seiner beratenden Tätigkeit gestaltet Henze auch die Digitalisierung seines Arbeitgebers mit. Zusammen mit dem Rechenzentrum der Bank arbeitet er daran, Abläufe zu testen, auf die Bedürfnisse anzupassen und, wo geeignet, zu automatisieren. „Die Frage lautet immer: Bringt uns das weiter? Ist es eine Arbeitserleichterung?“ Derzeit absolviert er zudem berufsbegleitend seinen Bachelor in BWL. Das bedeutet zwar, am Feierabend oder am Wochenende noch für Klausuren zu lernen. „Dafür bin ich über all jene Themen informiert, mit denen Unternehmer zusätzlich zum operativen Geschäft zu tun haben.“
Radfahren am Deich
Wer so viel Energie in die Arbeit steckt, braucht einen Ausgleich. Den findet Mewerik Henze in seinem Heimatort. Er ist in Bleckede aufgewachsen, direkt am Deich. „Abends noch mal mit dem Fahrrad am Wasser entlangzufahren, hat schon einen großen Erholungswert“, sagt er. Seit seinem fünften Lebensjahr spielt er zudem Fußball, kickt heute mit seinen Freunden in der Kreisliga. Und er ist im Schützenverein aktiv, so wie seine Mutter und Schwester. Dem Verein kommen seine Kenntnisse zugute: Henze ist dort ehrenamtlicher Kassenprüfer. Er wiederum schätzt die Geselligkeit und den Austausch, die der Verein bietet. So bleibt Mewerik Henze immer nah dran an den Menschen – ob als Betreuer beim Kundentermin oder als Teamkollege am Spieltag.