125 Jahre Volksbank in Bispingen

Tag der offenen Tür und Ausstellung

18.06.2015 - Bispingen

Mit einem Festakt, einer Ausstellung und einem Tag der offenen Tür hat die Volksbank Lüneburger Heide eG im Juni an das 125-jährige Bestehen der Bank in Bispingen erinnert. Dr. Kai Rump (Foto, links), Wirtschaftshistorikerin vom GenoArchiv, hat die Geschichte der Bank in einer Chronik und mit zahlreichen Exponaten aufgearbeitet.

Eine besondere Ehrung gab es für Mitglieder, die vor 50 Jahren der Genossenschaft beigetreten waren. Sie wurden von Regionaldirektor Klaus Röhrs (hinten, 2.v.l.) Vorstand Gerd-Ulrich Cohrs (hinten, 4.v.l.), und Filialleiterin Annika Staubesand (r.) mit einer Urkunde und einem Präsent bedacht.
Die Mitarbeiter der Volksbank-Filiale Bispingen heute (v. l.): Christiane Stelter, Cynthia Garmatter, Werner Pede, Sandra Micheel, Regionaldirektor Klaus Röhrs, Britta Müller-Renk, Maren Cohrs, Filialleiterin Annika Staubesand, Andreas Löhn, Kirsten Timmermann, Michael Röhrl, Dirk Bruhn, Friedrich Badenhop, Kerstin Lunau.

Die Spar- und Darlehnskasse Bispingen wurde am 18. Mai 1890 gegründet. Als erste Genossenschaft im Landkreis wurde sie unter der Nummer 1 in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Soltau eingetragen. Damit waren die damals knapp 500 Einwohner in Bispingen anderen Orten der Heideregion voraus. Zwar gab es schon seit 1859 den Vorschussverein Lüneburg, doch Vorbild war eher der Egestorfer Spar- und Darlehnskassenverein, der 1888 von Heidepastor Wilhelm Bode ins Leben gerufen worden war. Gründer in Bispingen waren 37 Landwirte, Handwerker und Gewerbetreibende. Sie gaben ihrem jungen Unternehmen die Rechtsform der Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, die Friedrich Wilhelm Raiffeisen vorgezeichnet hatte. Mit einem Kassenbestand von 400 Mark nahm Rechnungsführer Papst zum 15.06.1890 in einem gemieteten Raum bei Kaufmann Rieckmann die Geschäfte auf. Schon fünf Jahre später hatte die Dorfkasse 111 Mitglieder und einen Umsatz von 271.000 Mark.

Die Gründung der Kasse war Anstoß zu neuer wirtschaftlicher Aktivität. Die Bispinger konnten nun ohne den langen Weg nach Soltau oder Munster -1890 noch eine Tagesreise mit Pferd und Wagen- Spargeld anlegen oder Kredit aufnehmen. Zum Beispiel für die Erweiterung einer Hofanlage oder eines Geschäftes, zur Auszahlung der weichenden Erben oder für die Anschaffung von Saatgut und Dünger.

Getragen von ihren Mitgliedern, Kunden und vor allem den engagierten Mitarbeitern, Rendanten, also Geschäftsführern, und Aufsichtsräten, überstand die Kasse zwei Weltkriege, eine Inflation und zwei Währungsreformen. Nach dem Zweiten Weltkrieg konfiszierten die britischen Besatzer das noch kurz vor dem Krieg fertiggestellte Bankgebäude am heutigen Standort in der Bahnhofstraße - es war zu dieser Zeit das modernste Gebäude am Ort.

Frühling 1945: Die Spar- und Darlehns-kasse Bispingen in der Bahnhofstraße als Sitz der britischen Besatzungsmacht.

Die Gründung der Kasse war Anstoß zu neuer wirtschaftlicher Aktivität. Die Bispinger konnten nun ohne den langen Weg nach Soltau oder Munster -1890 noch eine Tagesreise mit Pferd und Wagen- Spargeld anlegen oder Kredit aufnehmen. Zum Beispiel für die Erweiterung einer Hofanlage oder eines Geschäftes, zur Auszahlung der weichenden Erben oder für die Anschaffung von Saatgut und Dünger.

Getragen von ihren Mitgliedern, Kunden und vor allem den engagierten Mitarbeitern, Rendanten, also Geschäftsführern, und Aufsichtsräten, überstand die Kasse zwei Weltkriege, eine Inflation und zwei Währungsreformen. Nach dem Zweiten Weltkrieg konfiszierten die britischen Besatzer das noch kurz vor dem Krieg fertiggestellte Bankgebäude am heutigen Standort in der Bahnhofstraße - es war zu dieser Zeit das modernste Gebäude am Ort.

2009 wurde das neue Volksbankgebäude eingeweiht.

Zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1990 lag die Leitung der Bank in den Händen von Hans-Albert Bode und Hinrich Grünhagen. Obwohl schon einige Fusionsanfragen an sie herangetragen worden waren, war die Bank nach wie vor eigenständig geblieben, und man war stolz darauf. Um aber langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Bank zu sichern, stimmte die Generalversammlung 1998 für eine Fusion mit der Volksbank eG, Soltau, und beendete damit die 107 Jahre währende Selbstständigkeit der Bispinger Bank. 2009 wurde das neue Volksbankgebäude mit modernem Kommunikationszentrum eingeweiht. Heute, zum 125-jährigen Jubiläum, ist Bispingen Sitz der Regionaldirektion Bispingen-Schneverdingen der Volksbank Lüneburger Heide eG und blickt gut gerüstet in die nächsten 125 Jahre.