Sterne des Sports vergeben

Ehrung für herausragende Vereinsprojekte

Lüneburg, 27.06.2013

Foto: Dieter Thoma auf der Preisverleihung

Wer holt jugendliche Ausrutscher aus dem Arrest und bindet sie in ein neues soziales Umfeld ein? Wer fördert die persönliche Entwicklung von Jungen und Mädchen, will „Kinder stark machen“? Wer schafft es, ein ganzes Dorf für den Bau einer Sporthalle zu begeistern und für Eigenleistungen und Spenden zu gewinnen?

Drei Fragen, eine Antwort: die örtlichen Sportvereine. Ob als „Verein für Leibesübungen“, „Männer-Turnverein“ oder schlicht als „Sportverein“ – viele sind längst über ihr historische Zweckbestimmung hinausgewachsen.

Foto: Cord Hasselmann

Vereine sind in unserer Gesellschaft wie Hefe“, so Cord Hasselmann, Vorstand der Volksbank Lüneburger Heide eG. „Ohne ihr Treiben würden viele wichtige Vorhaben gar nicht aufgehen“.

Diesen Projekten schafft der Wettbewerb „Sterne des Sports“ ein Forum. Ausgerichtet von den Volksbanken und den Sportverbänden, würdigt der Wettbewerb das gesellschaftliche Engagement der Vereine. Die Volksbank Lüneburger Heide eG und die Kreissportbünde Harburg-Land, Lüneburg und Heidekreis stellten jetzt im Hause der Handwerkskammer Lüneburg 37 herausragende Projekte vor. Die besten wurden mit dem Stern des Sports in Bronze ausgezeichnet

Foto: Todtglüsinger SV

Sieger für den Landkreis Harburg ist der Todtglüsinger SV mit seiner Maßnahme "Wer kümmert sich um die Ausrutscher?" Er gewann den Großen Stern des Sports in Bronze, verbunden mit einem Preisgeld von 2.000 Euro.

Der Verein betreut straffällige Jugendliche im Freizeitarrest und bei Ableistung von Sozialstunden. Die jungen Menschen erhalten Zugang zu sportlicher Betätigung und werden in das Vereinsleben eingebunden, auch durch gemeinsame Arbeit. Das Gemeinschaftserlebnis dämpft vorhandene Aggressionen und vermittelt zugleich neue Werte.

Foto: VfL Lüneburg

Aus den Vereinen im Landkreis Lüneburg ging der VfL Lüneburg als Sieger hervor. Er wurde mit dem Stern des Sports in Bronze ausgezeichnet und erhielt 1.500 Euro.

Unter dem Motto „Kinder stark machen“ fördert der Verein die individuelle Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. „Es ist normal, anders zu sein!“, heißt es in der Vorstellung des Projekts.

Ehrenamtliche, Eltern und Kinder sind von der Maßnahme begeistert, wie sich an den steigenden Teilnehmerzahlen ablesen lässt.

Foto: SV Bothmer/Norddrebber

Mit einer wohl einmaligen Aktion siegte im Heidekreis der SV Bothmer/Norddrebber (bei Schwarmstedt). Als 2004 der Sportunterricht in der Pausenhalle der Grundschule in Bothmer von einem Unfallinspektor amtlich untersagt wurde, war guter Rat teuer. Wo sollten die Kinder jetzt Sport treiben? Da trat der Sportverein auf den Plan.

Unter der Devise "Eine Halle für Alle" motivierte er die Menschen in Bothmer zum Bau einer Sporthalle in Eigenregie. Viele Bürger legten selbst Hand mit an, andere spendeten erhebliche Geldbeträge. Als Schirmherr der Aktion wurde der im Ort wohnende Musiker Rudolf Schenker von den Scorpions gewonnen. „Die Halle ist ein Riesenerfolg“, heißt es in der Beschreibung. Durch Schule, Kindergarten und Sportverein ist sie fast vollständig ausgelastet.

Der Verein erhielt ebenfalls den Stern des Sports in Bronze sowie 1.500 Euro.

Foto: Dieter Thoma

Lobende Worte für die Vereine fand auch der ehemalige Skisprung-Weltmeister und Olympiasieger Dieter Thoma. „Gute Absichten sind wertlos, es kommt darauf an, was wir wirklich umsetzen“, so der Gastredner.

Nach seinem „Millennium-Sprung“ von der Olympiaschanze in Partenkirchen 1999 hatte er als Moderator von Skisprungübertragungen bei RTL und ARD eine neue Karriere eingeschlagen. Sein Motto: „Jeder ist als Sieger auf die Welt gekommen!“ machte er an erlebten Geschichten aus dem Skisprungzirkus und dem Leben nach dem Sport deutlich.

Durch die Veranstaltung führte Peter M. Zernechel, Sportmoderator bei Radio ffn.

Begleitet wurde die feierliche Auszeichnung durch zwei Auftritte der funny skippers aus Lüneburg, die mit Show-Einlagen zu fetziger Musik überraschten.

Als Gesamtsieger des Großen Stern des Sports in Bronze tritt der Todtglüsinger SV nun auf Landesebene an und hat am 3.Dezember die Chance auf den „Großen Stern des Sports in Silber“.

Foto: funny skippers