125 Jahre am Ort

Volksbank in Egestorf feiert Jubiläum

Egestorf, 08.08.2013

Egestorf im Jahr 1888: Kartoffeln werden zu 2 Pfennig das Pfund gehandelt, Brot kostet 12 Pfennig, Mettwurst 90 Pfennig, Kaffee 1,90 Mark. Ein Herrenanzug ist ab 14 Mark zu haben – ein Viertel des Monatslohnes eines Arbeitnehmers.

In Egestorf leben 350 Menschen, im benachbarten Lübberstedt 210. 38 Männer geben der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Heimatortes den entscheidenden Anstoß: Am 1. Februar 1888 gründen sie den Egestorfer Spar- und Darlehnskassenverein, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht und damit eine der ältesten Vorläuferbanken der heutigen Volksbank Lüneburger Heide eG.

Heute betreuen sieben Mitarbeiter insgesamt 2.670 Kunden, 1.403 davon sind zugleich Mitglied ihrer Voksbank. Das Kundenwertvolumen beträgt 93 Millionen Euro.

Die Geschichte der Volksbank in Egestorf

Die Gründung der Kasse geht auf Pastor Wilhelm Bode zurück. Er übernimmt als erster Rendant auch die Verwaltung der Geldgeschäfte. Im Vorstand sind außerdem die Höfner Wilhelm Sellhorn und Peter Jobmann aus Egestorf und Fritz Wilkens aus Lubberstedt. Es gilt das Prinzip der Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung. Die unbeschränkte Haftpflicht mit dem gesamten Vermögen schafft Vertrauen auf Gegenseitigkeit.Jedes Mitglied zahlt drei Mark Eintrittsgeld. Damit werden erste Anschaffungen, wie der Geldschrank und die Geschäftsbücher, getätigt.

Bereits am 14. Februar hat die neue Kasse 64 Mitglieder. 1896 gehören neben Egestorf und Lübberstedt auch Döhle, Nindorf, Sahrendorf, Schätzendorf und Evendorf zum Geschäftsbezirk.

Nach dem Ersten Weltkrieg stehen die Zeichen schlecht. Das Geld ist nichts mehr wert, die Inflation von 1923 enteignet die Sparer. Aus einer Bilanzsumme von über zwei Billiarden Mark – das sind 16 Stellen vor dem Komma – werden über Nacht gerade noch 130,44 Goldmark. Doch die Mitglieder bauen die Kasse wieder auf. Um die Härten der Geldentwertung auszugleichen, wird eine freiwillige Aufwertung der Spareinlagen von 20 Prozent beschlossen.

Foto: Egestorf, Haus Rudolf Lüer von 1954

1929 übernimmt Rudolf Lüer als erster hauptamtlicher Rendant die Geschäfte der Spadaka. Die Geschäftsräume werden in sein neues Haus verlegt.

Dem Zweiten Weltkrieg folgt ein erneuter Währungsschnitt. Die Einführung der DM, die Marshallplanhilfe und die soziale Marktwirtschaft sorgen für Aufschwung. Am „Wirtschaftswunder“ hat auch die Spadaka Anteil, Kredit- und Warengeschäft boomen. Der Bezug von Düngemitteln, Saatgut und anderen landwirtschaftlichen Bedarfsgütern, ebenso der Absatz von Getreide und Kartoffeln war schon 1896 als weiteres Geschäftsfeld eingerichtet worden.

Foto: Spar- und Darlehenskasse von 1958

1960 errichtet die Kasse an der Ecke Garlstorfer/ Schätzendorfer Straße ihr erstes eigenes Geschäftshaus. Unter der Leitung von Rolf Lüer, dem Sohn von Rudolf Lüer, schließt sie sich 1969 mit der Spar- und Darlehnskasse Hanstedt zur Volksbank Nordheide eG zusammen.


Weitere Fusionen folgen, 2011 schließlich mit der Volksbank Lüneburger Heide eG.

Herzlich willkommen zum Tag der offenen Tür

Am Sonnabend, 10 August 2013, wird Jubiläum gefeiert. Bei einem Tag der offenen Tür präsentiert die Bank ihre Geschichte, zeigt Fotos, Dokumente, alte Geldscheine und Firmenschilder. Wer sich in die 125-jährige Entwicklung vertiefen möchte, kann sich eine Chronik mitnehmen.