Volksbank in Salzhausen besteht 125 Jahre

Filiale zeigt Ausstellung zur Geschichte

04.10.2016 - Salzhausen

Die Volksbank in Salzhausen besteht 125 Jahre. Daran erinnert eine Chronik, die von der Historikerin Dr. Kai Rump vom Genossenschaftlichen Archiv erarbeitet wurde und die kostenfrei in der Filiale erhältlich ist. Die Geschichte der Bank zeigt eine Ausstellung, die noch bis zum 4. Oktober in der Filiale gezeigt wird. Dokumente, einst gültige Geldscheine und Münzen, Sparbücher, Fotos und ein Stammbaum machen die Vergangenheit lebendig.

Der Ursprung der Volksbank ist gut dokumentiert. „Gestern Nachmittag hatte sich im Rüter‘schen Gasthause ein zahlreiches Publikum von hier und aus den Nachbarorten eingefunden, um einen Vortrag des Herrn Wanderlehrers Fricke, Hannover, über Spar- und Darlehnskassen anzuhören. Nachdem Herr Fricke die Zweckmäßigkeit einer solchen Einrichtung klargelegt hatte, beschloss die Versammlung einstimmig die Gründung einer Spar- und Darlehnskasse für Salzhausen und Umgegend“, war am 13. April 1891 in den „Winsener Nachrichten“ zu lesen. Den ersten Vorstand stellen Vollhöfner Peter Ahlers, Lehrer Reinecke, Zimmermeister Hanstedt und Ökonom August Völker als Rendant. Von Beginn an werden Bewohner der Orte Eyendorf, Luhmühlen, Oelstorf, Putensen und Vierhöfen Mitglied. Schon nach wenigen Wochen übernimmt Wilhelm Röhlsberger das Amt des Rendanten. Die Kasse arbeitet erfolgreich und hat nach vier Jahren schon mehr als 175 Mitglieder.

Foto: Von 1934 bis 1962 residierte die Spar- und Darlehnskasse im eigenen Haus in der Schmiedestraße.

Foto: 1962 erfolgte der Neubau des Kassenhauses mit Rendantenwohnung am heutigen Standort, an der Hauptstraße gegenüber der Kirche.

Nach dem Ersten Weltkrieg verliert das Geld rasant an Wert. Auf dem Höhepunkt der Inflation, im November 1923, ist ein US-Dollar 4,20 Goldmark oder 4,2 Billionen Mark wert. Die Sparer verlieren ihr gesamtes Vermögen. Nach dem  Zweiten Weltkrieg setzen sich die schweren Zeiten fort: Die Alliierten sperren Konten und geben sie erst nach längerer Zeit wieder frei. Das Tausch- und Schwarzmarkthandel blüht. Drei Jahre nach Kriegsende, am 20. Juni 1948, wird die DM = Deutsche Mark eingeführt. Erneut verlieren die Sparguthaben ihren Wert. Aber danach geht es bergauf. Auch die Salzhäuser Kasse hat am „Wirtschaftswunder“ teil. Zwischen 1967 und 1970 schließt sie sich mit den Spar- und Darlehnskassen Kirchgellersen, Toppenstedt und Garlstorf zusammen. Die bisher selbstständigen Institute werden als Zweigstellen weitergeführt und finden damit Anschluss an die aufstrebende Entwicklung der Salzhäuser Bank, die 1975 den Namen „Volksbank Salzhausen eG“ annimmt.

Foto: Die Mitarbeiter prägen das Gesicht der Volksbank in Salzhausen (v. l.): Katrin Ronschka, Dirk Benecke, Melanie Ronschke. Martina Helpap, Jörg Petersen, Sabine Staacke, Daniel Müller, Oliver Ferchau, Jens Ohlhorst, Birte Hedder, Renate Wulze, Frank Steffen, Tanja Wohlgemuth, Anke Paulmann.

„Wir machen den Weg frei“ - zeitgleich mit der Einführung des neuen Werbeslogans fusionieren im Mai 1987 die Volksbanken in Hanstedt und Salzhausen sowie die Genobank Winsen zur Volksbank Nordheide eG. Neuer Hauptsitz wird Winsen. Weitere Fusionen folgen, 1999 mit der Volksbank Seevetal eG und im Jahr 2000 mit der Volksbank eG in Buchholz. Zum 1.1.2011 verschmelzen die Volksbank Nordheide eG und die Volksbank Lüneburger Heide eG zur neuen Volksbank Lüneburger Heide eG mit Sitz in Winsen. Mit einer Bilanzsumme von rund 2,8 Milliarden Euro ist sie heute die zweitgrößte Volksbank in Niedersachsen. Im Jubiläumsjahr betreuen 11 Mitarbeiter der Filiale Salzhausen insgesamt 5.315 Kunden. 2.467 sind zugleich auch Mitglied bei ihrer Bank.