Nachruf

Bankdirektor Gerhard Becker verstorben

17.02.2016 - Hanstedt

Gerhard Becker, Bankdirektor im Ruhestand, ist am 9. Februar in Hanstedt im Alter von 89 Jahren verstorben. Der langjährige Leiter der Spar- und Darlehnskasse Hanstedt galt als „Vater“ der Volksbank Nordheide. Auf seine Initiative kam es 1969 zum Zusammenschluss der Hanstedter Bank mit der Spar- und Darlehnskasse Egestorf, die von Rolf Lüer geleitet wurde. Die Fusion unter dem von Becker angeregten Firmennamen erwies sich als weitblickende, zukunftweisende Entscheidung. Weitere Spar- und Darlehnskassen und Volksbanken vereinigten sich mit der zunächst noch in Hanstedt ansässigen Bank, die Firmierung wurde beibehalten. Sie endete 2011, als die Volksbank Nordheide mit der Volksbank Lüneburger Heide verschmolz.

Gerhard Becker stammte aus Eyendorf. Nach seiner Ausbildung bei der Spar- und Darlehnskasse Salzhausen wurde er noch 1944, im letzten Kriegsjahr, zur Wehrmacht eingezogen. Nach der Heimkehr 1945 war er bis 1949 bei den Spar- und Darlehnskassen Amelinghausen und Garlstorf tätig. Beim damaligen Verband ländlicher Genossenschaften Hannover-Braunschweig absolvierte er die Ausbildung zum Verbandsprüfer. Anschließend arbeitete er im Prüfungsdienst, Mitte der 1950er Jahre im Prüfungsbezirk 5, der die Kreise Harburg und Lüneburg umfasste. 1956 wurde er Geschäftsführer („Rendant“) der Spar- und Darlehnskasse Hanstedt. Unter seiner Leitung entstand das neue Geschäftshaus an der Winsener Straße. Die Spar- und Darlehnskasse entwickelte sich zu einer technisch modernen, kundenorientierten Bank, die er ab 1969 zusammen mit Rolf Lüer führte. 1970 kam es zur Fusion mit den Spar- und Darlehnskassen Marxen und Ramelsloh, 1976 mit Brackel. 1986 - im Jahr vor der Fusion mit der Volksbank Salzhausen und der Geno-Bank Winsen – trat Gerhard Becker in den Ruhestand.

Ob Mitarbeiter, Kunde, Nachbar oder Mitbürger – seine Gesprächspartner in Hanstedt, und nicht nur hier, schätzten Gerhard Beckers verbindliche, offene Art. Mit großem Interesse verfolgte er das politische Tagesgeschehen; historische und zeitgeschichtliche Themen standen ganz oben auf seiner Leseliste. Lange engagierte er sich für die Freie evangelische Gemeinde Hanstedt; an ihrem Aufbau und an der Errichtung ihres Domizils hatte er maßgeblich mitgewirkt. Ein schwerer Verlust für ihn war der Tod seiner Ehefrau, die 1998 verstarb. Noch zu seinem 80. Geburtstag reiste er nach Kanada, wo seine beiden Töchter, sein Sohn und die Enkelkinder leben.