Volksbank Lüneburger Heide eG veranstaltet erstmalig digitale Vertreterversammlung

Es ist die wichtigste Veranstaltung des Jahres einer jeder Genossenschaftsbank und so auch der Volksbank Lüneburger Heide eG - die Vertreterversammlung.

Sie entscheidet unter anderem über die Ergebnisverwendung und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.
Normalerweise treffen sich Vertreter, Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Lüneburger Heide eG – in der Vergangenheit bis zu 500 Personen - in entsprechend großen Veranstaltungsräumen. Doch wie so vieles ist auch das in diesem Jahr ganz anders. Und so fand die Versammlung vor Kameras und Bildschirmen statt - als erste digitale Vertreterversammlung in der Geschichte der Bank.
Die Teilnehmer folgten ortsunabhängig über einen besonderen Onlinezugang den Reden und Berichten von Vorstand, Aufsichtsrat und Prüfer. Die Beschlüsse wurden digital in einem eigens dafür eingerichteten digitalen Fenster gefasst, Fragen und Wortbeiträge konnten die Vertreter über einen separaten Kanal an Aufsichtsrat und Vorstand senden.
Vorstand und Aufsichtsrat sendeten am Dienstag live aus dem Castanea Resort Hotel in Adendorf. Und die gewählten Vertreter der mittlerweile über 80.000 Mitglieder waren eingeladen, ihr Stimmrecht online auszuüben.

Technik

„Wir sind als Volksbank und in der Verbindung mit unseren Mitgliedern und Kunden bislang gut durch die Zeit gekommen."

Dr. Dieter Herzog, Vorsitzender des Aufsichtsrats, führte durch die Tagesordnung. Er begrüßte zunächst die Teilnehmer und stellte die form- und fristgerechte ordnungsgemäße Einladung fest, bevor er den Ablauf der Versammlung erklärte.

Im Anschluss gab Vorstandsmitglied Gerd-Ulrich Cohrs einen detaillierten Bericht über die wirtschaftlichen Ergebnisse und wesentlichen Ereignisse des vergangenen Geschäftsjahres. Cohrs spannte den Bogen von den politischen Verhältnissen in den Vereinigten Staaten über den Brexit und den „NDDR“-Trends (Nullzins, Demografie, Digitalisierung und Regulatorik) bis zur Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen für die Volksbank, die er wie folgt beschreibt: „Wir sind als Volksbank und in der Verbindung mit unseren Mitgliedern und Kunden bislang gut durch die Zeit gekommen. Aber wir sind vorsichtig in unserer Einschätzung weiter drohender Einnahmeausfälle von Geschäftskunden und auch Arbeitsplatzverlusten von Privatkunden. Und wir steuern weiter mit großer Zurückhaltung den Bankbetrieb was mögliche Ansteckungsgefahren unserer Mitarbeiter und Kunden betrifft“.  Trotz der widrigen Umstände sei die Bank laut Cohrs gut aufgestellt und gerüstet für die Zukunft.

In diesem Zusammenhang warb Cohrs auch für die Ausbildung in der Volksbank: „Wir sind ein stabiler Anker für junge Menschen, die diesen Beruf ergreifen wollen. Neben der Digitalisierung kommt der Demografie eine entscheidende Rolle zu. Wir brauchen ambitionierte junge Menschen, um den anstehenden Abgang der Babyboomer aus den frühen 1960er Jahren auffangen zu können“.

Dass die Bank gut aufgestellt ist, konnten die Teilnehmer den präsentierten Zahlen entnehmen. Bis auf einen leichten Rückgang des Jahresüberschusses legte die Bank 2019 in allen wesentlichen Bereichen wie Bilanz-, Kredit- und Einlagensumme zu, ebenso bei den Mitgliederzahlen.

Stefanie Salata gab einen Einblick über bereits erfolgte und noch bevorstehende Veränderungen, die unter der Überschrift „Impulse setzen“ vor Kurzem der Öffentlichkeit präsentiert wurden.
Sie ging dabei auf die neu aufgestellten vier Regionen Buchholz-Nordheide, Winsen-Seevetal, Lüneburg-Hanstedt/Salzhausen sowie den Heidekreis ein. „Eine enge Vernetzung und weitere Spezialisierung der Bereiche Regionale Betreuung, Private Banking und Mittelstand, sowie Spezialthemen wie beispielsweise Baufinanzierungen sorgen zukünftig für noch mehr Qualität in der Beratung“, so Salata.

Videobotschaft Salata

Ihr Vorstandskollege Ulrich Stock, der unter anderem das Omnikanalressort verantwortet, unterstrich das Bekenntnis der Volksbank zum Filialgeschäft: „Die Filialen sind das unmittelbarste Zeichen unserer traditionellen, regionalen Nähe. Sie werden zwar immer weniger für den laufenden Service, aber weiterhin für komplexere Themen der Kundenberatung genutzt. Daher schauen wir genau hin, was wir in den einzelnen Filialen anbieten und probieren auch Neues aus – so wie den VideoService an vier Standorten ab November dieses Jahres. Langfristig wollen wir die Filialen stärker zu Treffpunkten einer Region machen“.
Zu Beginn der Pandemie öffnete die Genossenschaftsbank ihre Filialen nur noch mit vorheriger Terminvereinbarung. Heute hätten die größeren Filialen laut Stock wieder regulär geöffnet. „Lediglich in den kleineren Filialen werden wir die Einschränkungen zunächst bis Ende des Jahres beibehalten“, so Stock.

Videobotschaft Stock

Ausblick: „Es wird keine großen Trendveränderungen geben."

In seinem nachfolgenden Ausblick auf das neue Geschäftsjahr zeigte Cohrs sich trotz aller bevorstehenden Herausforderungen zuversichtlich: „Es wird keine großen Trendveränderungen geben. Negativzinsen gehören leider zum Tagesgeschäft und Kredite bleiben historisch günstig. Aber unsere Bank hat die Stärke, diese Herausforderungen zu meistern“.
Er dankte in diesem Zusammenhang den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Dafür, dass Sie die Veränderungen mittragen und sich darin engagieren“. Ebenso dankte er den Mitgliedern und Kunden für ihr Vertrauen sowie dem Betriebsrat und Aufsichtsrat für die konstruktive Zusammenarbeit.
Wirtschaftsprüfer Jens Kaltschmidt vom prüfenden Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. attestierte der Bank eine einwandfreie Geschäftsführung.
Im nächsten Punkt erläuterte Dr. Dieter Herzog die Ergebnisverwendung. Bereits Ende März hatten EZB und BaFin von den Banken pauschal einen Verzicht auf Dividenden bis mindestens zum 1. Oktober 2020 gefordert. Ende August kam die Aufforderung an die europäischen Kreditinstitute, bis mindestens Januar 2021 auf Dividendenzahlungen zu verzichten.
Dieser Aufforderung folgten Aufsichtsrat und Vorstand nach intensiven Beratungen. Und schlugen statt einer Dividendenzahlung in diesem Jahr einen deutlich erhöhten Vortrag auf neue Rechnung vor. „Diesen Vortrag wollen wir im nächsten Jahr nutzen, um eine Zahlung für 2019 quasi nachzuholen. Vorausgesetzt, die Aufsicht beurteilt Dividendenzahlungen im nächsten Jahr wieder anders“, so Dr. Herzog in seiner Beschlussvorlage, die lediglich mit einer Gegenstimme von den Vertretern angenommen wurde. Im Anschluss entlastete die Vertreterversammlung Vorstand und Aufsichtsrat mit großer Mehrheit.

Dr. D. Herzog, U. Cohrs
Dr. Dieter Herzog, Gerd-Ulrich Cohrs


Aus dem Aufsichtsrat verabschiedeten sich an diesem Abend Michael Röhrs sowie die Arbeitnehmervertreter Carsten Schmidt und Burkhard Theel. Dr. Dieter Herzog dankte ihnen ausdrücklich für ihre wertvolle Arbeit. Für Röhrs rückt nun Claudia Hausmann aus Lüneburg nach. Hausmann ist Geschäftsführerin der Firma Securepoint GmbH und wurde von der Versammlung mit großer Mehrheit gewählt. Marianne van Gunst aus Nenndorf, Andreas Baier aus Winsen und Thomas Dannacker aus Bleckede wurden wiedergewählt. Als neue Arbeitnehmervertreterin begrüßte Herzog Kirsten Kreutz.

neue Aufsichtsratsmitglieder
Dr. Dieter Herzog heißt die neuen Aufsichtsratsmitglieder, Claudia Hausmann (links) und Arbeitnehmervertreterin Kirsten Kreutz (rechts) willkommen (Foto: Volksbank)

Das digitale Format kam bei den Vertretern gut an, wenngleich viele eine Präsenzveranstaltung bevorzugt hätten. „Das Format hat sich bewährt,“ so Dr. Dieter Herzog. „Aber ich freue mich, wenn wir uns beim nächsten Mal wieder persönlich treffen und austauschen können.“ Für den Fall, dass auch zukünftig mal eine Präsenzveranstaltung nicht möglich ist, hat die Volksbank jetzt vorgesorgt: Die Vertreter beschlossen eine entsprechende Satzungsänderung.

ZDF – Zahlen, Daten, Fakten per 31.12.2019 auf einen Blick:

Bilanzsumme 3,5 Mrd. Euro

+ 5,3% (+176 Mio.)

Jahresüberschuss 6,1 Mio. Euro

- 6,2 % (- 0,4 Mio.)

Kundenkredite 1,9 Mrd. Euro

+ 6,6% (+120 Mio.)

Kundeneinlagen

2,8 Mrd. Euro

+ 6,9% (+180 Mio.)

Eigenkapital

346 Mio. Euro

+ 5,2% (+17,1 Mio.)
Anzahl Mitglieder

78.854

+ 4,3% (+ 3.229)