Wirtschaftstag der Volksbank Lüneburger Heide eG

„Morgen kann kommen!“

12.11.2020 - Buchholz

Am vergangenen Donnerstag fand in Buchholz der 1. Digitale Wirtschaftstag der Volksbank Lüneburger Heide eG statt. Mit Corinna Wohlfeil, Christian Böllhoff und Dr. Jan Holthusen begrüßte Vorständin Stefanie Salata im Groh P.A. Fernsehstudio „STREAMMAX“ gleich drei hochkarätige Gäste.

Wirtschaftstag
v.l.n.r.: Dr. Jan Holthusen, Stefanie Salata, Christian Böllhoff, Corinna Wohlfeil

„Eigentlich wollten wir am Donnerstag mit unseren Gästen den 40. Wirtschaftstag feiern. Doch Corona-bedingt verschieben wir dieses Jubiläum. Stattdessen haben wir einen ganz anderen Wirtschaftstag auf die Beine gestellt: In einer digitalen Version, mit zwei anstatt einem Referenten sowie Corinna Wohlfeil als Moderatorin ermöglichten wir noch mehr Mitgliedern, Kunden und Mitarbeitern die Teilnahme“, freut sich Stefanie Salata.

Den Rahmen hierzu bot Groh P.A.:  Not macht erfinderisch und so hat die Firma nicht den Kopf in den Sand gesteckt, sondern das beste aus der Situation gemacht. Mit viel Engagement und finanziellem Aufwand hat Groh P.A. seine Probenräume zu einem professionellen Fernsehstudio umgebaut. Während Salata und ihre Gäste live aus dem Studio sendeten, wurden ihre Vorstandskollegen Gerd-Ulrich Cohrs und Ulrich Stock per Video zugeschaltet.

n-tv-Moderatorin und Börsenexpertin Corinna Wohlfeil führte durch den Abend, den Christian Böllhoff mit seinem Vortrag “Die Wirtschaft nach Corona“ begann. Der Geschäftsführer der Basler Prognos AG beschreibt darin, wie sich die Corona-Pandemie auf Globalisierung, Strukturwandel und Arbeitswelt auswirken könnte.

Er zeigte zunächst auf, dass Deutschland sich in der schwersten Krise seit Kriegsende befindet. „Die Wirtschaft wird in diesem Jahr stärker einbrechen als 2009“ lautet seine Prognose. Er erläutert in diesem Zusammenhang die Chancen und Risiken einer schnellen Erholung. Sein Zwischenfazit: „Wir sind mit der Krise bislang gut und zielorientiert umgegangen.“ Böllhoff ist überzeugt davon, dass Deutschland zum alten Wachstumspfad zurückkehren wird. Ob das im Jahr 2022 oder 2023 sei, bliebe offen, eins sei jedoch sicher: „die Wirtschaft wird zukünftig anders aussehen“.
So werde die Globalisierung seiner Meinung nach nicht weiter voranschreiten, stattdessen gewinne eine stabile Wertschöpfungskette immer mehr an Bedeutung. Ein beschleunigter Strukturwandel und Fachkräftemangel stelle Deutschland vor große Herausforderungen, so der Experte. Er sagt: „Wir müssen agiler und innovativer auf den Weltmärkten unterwegs sein

Die nächsten fünf Jahre seien entscheidend dafür, dass es Deutschland langfristig gut ginge. „Die Dinge müssen gut vorbereitet sein - wir müssen die Zeit effektiv nutzen. Und auch die Frauen machen lassen. Da hängt Deutschland im Vergleich immer noch hinterher“, so Böllhoff. Deutschland habe in der Vergangenheit ein gutes Wirtschaftswachstum gehabt, dazu passe allerdings das Investitionsvolumen nicht, so der Experte weiter. 
Seine Aufforderung lautet: „Als rohstoffarmes Land müssen wir in digitale Infrastruktur und digitale Fähigkeiten investieren sowie den Strukturwandel offensiv angehen.

Technik
Hinter den Kulissen - Groh P.A. Fernsehstudio „STREAMMAX“
Technik

Als zweiten Gast begrüßte Moderatorin Corinna Wohlfeil Dr. Jan Holthusen, DZ Bank-Analyst.
In seinem Vortrag ging er darauf ein, wie die Zukunftstrends auch die Finanzmärkte beeinflussen.
Digitalisierung und Blockchains, aber auch digitales Geld werden eine immer größere Rolle spielen, so Holthusen. Dazu gehörten elektronische Handelsplattformen, weitere Digitalisierung von Prozessen sowie die Konkurrenz durch FinTechs genauso wie die „Blockchainisierung“ von Verträgen.
Er gab ein Bild davon, wie sich die Regulierung von Unternehmen auf die Gesamtwirtschaft auswirken. Und wozu es führen kann, wenn nicht ausreichend reguliert wird – Stichwort Wirecard. Trotzdem ginge er davon aus, dass die Regulierungsschrauben zukünftig etwas mehr gelockert werden: „Ich vermute, dass man den Finanzinstituten wieder etwas mehr Luft zum Atmen gibt. Denn ein Zuviel an Regulierung schade der Gesamtwirtschaft ebenso wie ein Zuwenig“, so der promovierte Volkswirt.  

Einen weiteren Finanztrend macht Holthusen beim Thema Nachhaltigkeit aus. Immer mehr Investoren und Privatanleger legten mittlerweile Wert auf nachhaltige Geldanlagen – Tendenz weiter steigend. 

Beim Thema Niedrigzins findet Holthusen klare Worte: „Negativ- und Niedrigzinsen werden neue Normalität. Wenn man einen langen Anlagehorizont hat, sollte man daher auch in Aktien investieren. Denn mit Niedrig- oder Negativzinsen kann ich kein Vermögen für das Alter aufbauen.

Den kurzweiligen Vorträgen schloss sich eine Talkrunde an. Die Zuschauer an den Bildschirmen zu Hause - knapp 1.700 hatten sich im Laufe des Abends eingeloggt - machten rege von ihrer Möglichkeit Gebrauch, Fragen zu stellen. „Eine tolle Resonanz. Vor allem wenn man bedenkt, dass die meisten wohl zu zweit oder zu dritt die Sendung verfolgten“, so Stefanie Salata.

Die Fragen nahmen die gesamte Bandbreite der Vorträge auf. Speziell wurde nach den Empfehlungen für Anlage oder Zukunftsvorsorge für junge Menschen gefragt. Hier waren sich alle einig, dass man nicht früh genug anfangen, kann sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Nutzen Sie die Beratungsmöglichkeiten, die wir Ihnen bieten“, riet Stefanie Salata. „Wir haben viele junge Mitarbeiter, die aus ihrer eigenen Situation heraus gut auf Ihre Bedürfnisse eingehen können.

Zum Abschluss nahm Corinna Wohlfeil noch einmal das Thema der Veranstaltung auf. Sie bat ihre drei Podiumsteilnehmer, die folgende Aussage zu ergänzen: „Morgen kann kommen, wenn …“ Zusammengefasst antworteten die drei: „…wir zuversichtlich, mutig und aktiv sind.“

Mit vielen (im Chat) hoch gestellten Daumen verabschiedeten sich die Zuschauer aus der Sendung.