Jahresrückblick 2017

Mit Engagement erstmals über 3 Mrd.€ Bilanzsumme

12.02.2018 - Winsen

Die Volksbank Lüneburger Heide eG setzte auch in 2017 ihre positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort; die Vorstände Gerd-Ulrich Cohrs und Cord Hasselmann sind mit dem Jahr zufrieden und betonen, dass sich die Ausrichtung ihrer Strategie – WAS = Wachstum, Attraktivität, Stabilität – wieder bewährt hat.

Vorstand der Volksbank Lüneburger Heide eG Gerd-Ulrich Cohrs und Cord Hasselmann
Vorstand der Volksbank Lüneburger Heide eG Gerd-Ulrich Cohrs und Cord Hasselmann

Die Bilanzsumme überstieg erstmals die Drei-Milliarden-Marke und beträgt nun gut 3,1 Milliarden Euro; das Wachstum lag bei 6,5%. Das Kreditvolumen stieg von 1,6 auf 1,7 Milliarden Euro (+7,5%), die Summe der Einlagen erhöhte sich auf über 2,4 Mrd. Euro (+6,0%).

Besonders erfreut ist der Vorstand über die weiter gestiegene Mitgliederzahl: über 73.000 Menschen besitzen jetzt Genossenschaftsanteile an der Volksbank Lüneburger Heide eG. Das sind über 2300 mehr als im Vorjahr. „Uns bestärkt das darin,“ so Vorstand Gerd-Ulrich Cohrs, „dass unsere genossenschaftliche Werte auch oder gerade in diesen sehr dynamischen Zeiten für unsere Kunden ihren Stellenwert haben und Verlässlichkeit, guter Umgang und gegenseitiges Vertrauen über alle Generationen hinweg wichtig sind.“

Kundenanlagen und Kredite

Das Bankgeschäft war und bleibt geprägt von den anhaltend niedrigen Zinsen. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass mancher potentielle Großanleger die Volksbank gerne als günstigen „Parkplatz“ für sein Kapital genutzt hätte. „Doch hier,“ erklärt Vorstand Cohrs, „lassen wir uns – schon im Interesse unserer Eigentümer (= Mitglieder) - nicht missbrauchen.“  Negativzinsen hat die Volksbank Lüneburger Heide eG dennoch nicht erhoben. „Wir sprechen unsere Kunden an und finden eine individuelle Lösung. Dabei spielen Wertpapiere – Aktien genauso wie Fonds - eine zunehmend wichtigere Rolle“, so Gerd-Ulrich Cohrs. Viele konservative Sparer denken um, um eine annehmbare Rendite zu erzielen.

Die Volksbank hat sich mit ihrem Beratungskonzept darauf eingestellt. Unter der Überschrift „Mein Leben – meine Finanzen“ erfragen die Berater zunächst die aktuellen Wünsche und zukünftigen Pläne der Kunden. Erst anschließend erfolgt die Übersetzung in die Finanzprodukte, die eine Realisierung möglich machen sollen.

Auf der anderen Seite floriert dank der niedrigen Zinsen das Geschäft mit Krediten sowohl für Baufinanzierungen als auch gewerbliche Investitionen. „Mit ca. 7,5%, das entspricht gut 120 Mio. Euro, haben wir ein beachtliches Kreditwachstum erzielt. Das eigentliche Neugeschäft ist dabei deutlich größer; denn es gilt immer auch, die ordentlichen und außerordentlichen Tilgungen und Rückzahlungen zu kompensieren. Für uns ist die erfolgreiche Entwicklung Ausdruck sowohl guter Kundenbeziehungen als auch – mit Blick auf unsere Unternehmenskunden – solider und gesunder Firmenstrukturen,“ erläutert der Vorstand.

Filialen und Mitarbeiter

In über 50 Filialen im Geschäftsgebiet beschäftigte die Volksbank im letzten Jahr rund 600 Mitarbeiter, darunter 43 Auszubildende in allen Ausbildungsjahrgängen. Martin Zado, bei der Volksbank Lüneburger Heide eG im zweiten Lehrjahr, hat das Zertifikat als Ausbildungsbotschafter der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHK) erhalten. Auch 2018 bildet die Volksbank Lüneburger Heide eG Bankkaufleute aus; zum 1. August sollen 14 (Vorjahr 11) junge Menschen ihre Ausbildung beginnen.

Das Filialnetz der Bank bleibt engmaschig, gleichwohl wurden und werden einige Standorte verlagert oder umgestaltet. So wurden 2017 in Sprötze und Ramelsloh neue Räume bezogen, die sich in Nachbarschaft zu einem Lebensmittelmarkt befinden. „Zum Supermarkt fahren oft mehr Leute, als in einem Dorf wohnen“, betont Gerd-Ulrich Cohrs. „In Sprötze sehen wir bereits eine erfreuliche Entwicklung des Kundengeschäfts.“ Dort wurde die Filiale im Neubau des Edeka-Marktes der Familie Schreiber im August eröffnet. Die Volksbank war bei der Projektplanung und -finanzierung eng eingebunden – ein Engagement, das belohnt wurde: Volksbank-Unternehmensbetreuer Dennis Zelmer wurde kürzlich als „Bester Fördermittelberater 2016“ in der Kategorie „Allgemeine Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen“ ausgezeichnet. Initiatoren des Preises sind die DZ Bank, die KfW-Bankengruppe und der Genossenschaftsverband - Verband der Regionen.

Geschäftsgebiet der Volksbank Lüneburger Heide
Geschäftsgebiet der Volksbank Lüneburger Heide
Filialgestaltung und Bauvorhaben

Für 2018 plant die Bank unter Begleitung ihrer Gesellschaft für Entwicklung und Bauen (GEB) ein ähnliches Projekt: Die Bank hat in Stelle das Anwesen der Neuapostolischen Kirchengemeinde an der Harburger Straße gekauft, das an das Areal des Edeka-Marktes grenzt. Auf dem Grundstück soll ein Neubau mit Bankfiliale, Bäckerei-Café und möglicherweise einigen Wohnungen entstehen. „Nicht zuletzt haben wir den Zuschlag aufgrund des soliden Nachnutzungskonzeptes bekommen“, betont Gerd-Ulrich Cohrs.

Einen Neubau wird es auch in Salzhausen geben. An alter Stelle soll hier ein modernes Bankgebäude entstehen. Die Pläne sind bereits weit fortgeschritten. In Brackel wird die Bankstelle als SB-Standort mit Geldautomat fortgeführt. Die Mitarbeiterin wechselt in das nahgelegene Hanstedt, um von dort aus weiterhin für Ihre Kunden zur Verfügung zu stehen und die Beratungsleistungen auszubauen.

Auch auf ihrem Grundstück in der Winsener Innenstadt hat die Volksbank Platzbedarf und plant ein sogenanntes „Kreativhaus“ am „Von-Somnitz-Ring“.

In Lüneburg bringt das Neubaugebiet Ilmenaugarten Veränderungen in der Filiallandschaft. Ein moderner Bankplatz wird zwischen Bahnhof und Innenstadt voraussichtlich im Juni 2018 eröffnet. Die nur wenige hundert Meter entfernte Filiale an der Dahlenburger Landstraße zieht dann um. Zusätzlich wird die Filiale Melbeck in eine SB-Filialen umgewandelt und die Beratung auf Lüneburg konzentriert.

 

Filiale Ilmenaugarten
Konzept der neuen Volksbank-Filiale im Ilmenaugarten in Lüneburg

Bereits abgeschlossen ist der Umbau der Filiale in Dahlenburg. Nach der Umstrukturierung des Gebäudes laufen gerade die Ausbauarbeiten für den Gartenmarkt, der zu Ostern eröffnen will. Auch hier folgt die Bank dem Prinzip „Wir suchen oder schaffen für unsere Kunden Standorte, die eine hohe Besuchsfrequenz aufweisen und mehr als reine Bank sind,“ betonen die Vorstände. „Wir zeigen damit gleichzeitig, dass wir wirtschaftlich benachteiligte Regionen nicht vernachlässigen.“

In Rethem wird die Bank zu Mitte Februar die Öffnungs- und somit reinen Servicezeiten reduzieren, um mehr Zeit für Beratung zu schaffen. Diese wird von 08.30 bis 19.00 Uhr angeboten. Das Selbstbedienungsangebot bleibt in vollem Umfang erhalten.

In Neuenkirchen realisiert die Volksbank durch die GEB das Baugebiet Apfelgarten mit rund 40 Bauplätzen. Für künftige Bauherren besonders attraktiv: Die Gemeinde zahlt ein Baukindergeld in Höhe von 2500 Euro je Kind (max. 7500 Euro) als Zuschuss.

Digitalisierung

In Sachen „Digitale Welt“ und fortschreitende Digitalisierung fühlt sich die Volksbank mit ihren knapp 160 Jahren überhaupt nicht angestaubt. In den letzten Jahren und insbesondere in 2017 hat die Bank eine wegweisende Richtung eingeschlagen. „Uns ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter mit unseren Kunden hier auf Augenhöhe kommunizieren können“, erläutert der Vorstand. „Wissend, dass die Vorkenntnisse unterschiedlich sind, schicken wir unsere Mitarbeiter auf die sogenannte Digitalisierungsreise. Je nach Wissensstand steigen die Mitarbeiter an unterschiedlichen Stationen zu, um am Ende auf aktuellem Stand zu sein. Das Echo seitens der Mitarbeiter ist sehr positiv.“

Bereits heute bietet die Volksbank ein vielfältiges Spektrum neuer, digitaler Services an.  Die verschiedenen Anwendungen für Smartphone und Tablet (BankingApps) der Bank und der genossenschaftlichen Finanzgruppe erfüllen die Erwartungen an Mobilität und Sicherheit. Mit vielfältigen Funktionen ist die VR-BankingApp ausgestattet; so wurde im letzten Jahr wurde die Benachrichtigung bei Kreditkartenumsätzen integriert. Die App „VR-SecureGo“ ist u.a. im Zusammenspiel mit der BankingApp ein Sicherheitsfaktor bei Überweisungen. Bei der schnellen und kostenfreien Kommunikation setzt die Bank auf das elektronische Postfach (kurz ePostfach). Kontoauszüge lassen sich dort 10 Jahre lang sicher verwahren; die Bank kann auf sicherem Weg wichtige Informationen und Unterlagen übermitteln. Aber auch der Kunden kann seinerseits den geschützten Weg nutzen, um Daten oder Informationen mit seinem Berater auszutauschen. Die Zahl der Nutzer hat sich im abgelaufenen Jahr deutlich erhöht.

Auch die Filialen werden „digital“ ausgestattet. In den ersten sind sogenannte Informationsstelen aufgestellt, die nicht nur Informationen liefern, sondern über die der Kunde bald auch mit der Bank bzw. seinem Berater in Kontakt treten kann. Das soll über die Terminvereinbarung bis zu Leistungen aus dem KundenServiceCenter gehen. Die neue Filiale Ilmenaugarten soll aktuell Pilotfiliale für Videoberatung werden. Alle Filialen, in denen die technischen Voraussetzungen gegeben sind, bieten den Kunden freies WLAN.

Engagement

Im vergangenen Jahr ist das Spendenportal „Viele schaffen mehr“ an den Start gegangen. Über die Internetseite www.vblh.viele-schaffen-mehr.de konnten Vereine und gemeinnützige Einrichtungen Spenden für ihre Projekte einwerben, die von der Volksbank Lüneburger Heide eG bezuschusst wurden. 2017 beteiligten sich rund 3500 Spender mit kleinen und großen Beträgen daran. Insgesamt wurden so Spenden in Höhe von 95.000 Euro eingenommen, die die Volksbank um 55.000 Euro auf rund 150.000 Euro aufstockte. So konnten 36 Projekte realisiert werden. Auch 2018 können gemeinnützige Vereine und Institutionen für ihre Projekte Gelder einwerben und Aufmerksamkeit erzielen.

Parallel dazu förderte die Volksbank Lüneburger Heide eG weitere gemeinnützige Einrichtungen mit Zuwendungen aus dem Reinertrag des Gewinnsparens. Insgesamt wurden 250.000 Euro an 209 Vereine / Institutionen ausgeschüttet. Die Gewinnsumme für die Spieler betrug 630.000 Euro.

Für ihre Mitglieder gibt die Volksbank Lüneburger Heide eG seit Herbst 2017 die neue, goldene VR-BankCard aus. Sie ist nicht nur Girokarte (offiziell: girocard), sondern gleichzeitig Mitgliedsausweis und öffnet ein Netzwerk mit gut 16.000 Partnern. Bei diesen können Mitglieder bundesweit Vorteile wie Vergünstigungen oder Sonderangebote erhalten. Aus der Region nehmen beispielsweise die Bäckerei Soetebier, das gym80-Studio Lüneburg und das Ralf-Schumacher-Kartcenter Bispingen teil. Überregionale Partner sind zum Beispiel Stage Entertainment, Jochen Schweizer und Flixbus.

Über die Volksbank-Veranstaltungswelt erhalten Mitglieder außerdem Vergünstigungen oder Frühbuchervorteile bei zahlreichen Veranstaltungen. Das Engagement der Volksbank und ihrer Mitarbeiter für die Region drückt sich auch in rund 12 Mio. Euro gezahlter Steuern aus.

Fazit und Ausblick

Dank der guten Konjunkturentwicklung blickt der Volksbank-Vorstand zuversichtlich aufs neue Geschäftsjahr. Nicht zuletzt besteht bei den Gewerbekunden eine große Nachfrage nach Investitionskrediten. „Wir stehen als Partner gern bereit“, betont Gerd-Ulrich Cohrs. Auch 2018 sei nicht damit zu rechnen, dass die Zinsen deutlich anziehen werden. „Wir haben uns darauf eingestellt, dass die Zinsen niedrig bleiben.“ Unwägbar sind selbstverständlich die weltpolitischen Entwicklungen oder auch die Schnelligkeit der Brexit-Verhandlungen. Dazu ist die Bildung der neuen Regierung noch nicht abgeschlossen. Die Anforderungen an Kreditinstitute aus Europa – Stichwort Regulatorik – haben demgegenüber erheblich zugenommen. „Wir sehen die Regelungen als Herausforderungen, denen wir uns aber selbstbewusst stellen“, so der Vorstand. „Wir sind gut gerüstet, haben unsere Mitarbeiter vorbereitet und werden die Chancen, die sich daraus auch bieten werden, gerne nutzen: Wir werden wieder W.A.S. bewegen.“ Insgesamt gehen Hasselmann und Cohrs davon aus, dass die Veränderungsdynamik anhält und eher noch zunimmt. Der Vertreterversammlung am 29. Mai 2018 können Aufsichtsrat und Vorstand wieder eine attraktive Dividende für 2017 vorschlagen.