Mr. DAX: „In der Krise zuschlagen“

Dirk Müller zu Gast beim 38. Wirtschaftstag der Volksbank Lüneburger Heide eG

23.10.2018 - Winsen

Am vergangenen Dienstag fand zum 38. Mal der Wirtschaftstag der Volksbank Lüneburger Heide eG statt. Die rund 700 Eintrittskarten waren schnell vergeben, die Stadthalle in Winsen damit bis auf den letzten Platz gefüllt. Als Referenten hatte die Volksbank Dirk Müller eingeladen.

Müller zählt zu den bekanntesten Börsenexperten Deutschlands, woher auch sein von den Medien vergebener Spitzname „Mr. DAX“ rührt. Darüber hinaus ist Müller Bestsellerautor, Berater in nationalen und internationalen politischen Angelegenheiten und Gründer des Finanzinformationsdienstleisters „Finanzethos GmbH“.


An diesem Abend begeisterte er seine Zuhörer vor allem mit seiner Fähigkeit, komplexe Sachverhalte auf das Wesentliche zusammenzufassen und verständlich zu erläutern. Er bestätigte damit seinen Ruf als „Dolmetscher zwischen den Finanzmärkten und den Menschen außerhalb der
Börse“.

Zunächst gab er einen Einblick in die aktuelle geopolitische Lage. Er fasste die Entwicklung Chinas der vergangenen Jahre zusammen und nannte als Beispiele die Projekte „Neue Seidenstraße“ und Millionenstädte, die gebaut, aber niemals bewohnt wurden. Trotzdem stiegen die Immobilienpreise bis zu 20 Prozent pro Jahr.

Müllers Einschätzung zu Chinas Zukunftsplänen:

Die weltweite Situation ist ausgesprochen gefährlich. China bedroht wirtschaftlich die
amerikanische Vorherrschaft. Amerika steuert dagegen
“. Damit spielte er auf Maßnahmen der USA wie Strafzölle und Zinserhöhungen an, die China in ihrem Bestreben nach wirtschaftlicher Macht ausbremsen sollen. „Die Kombination aus US-Zinssteigerungen und Handelskrieg hat aber auch weltweite Auswirkungen“.

Müller fordert die Zuhörer auf, einen möglichen Rückgang der Börsenkurse zu nutzen, um davon zu profitieren: „Wenn es die stabilsten und besten Aktien zu einem für Sie günstigen Preis gibt, dann schlagen Sie zu“. Hierfür solle man schon jetzt regelmäßig Geld zurücklegen. Außerdem rät er dazu, sich eine Liste anzufertigen, auf der man vermerkt, in welche Aktien man zu welchem Preis investieren möchte.

Als Entscheidungshilfe dienen einfache Fragen wie die, ob das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, wie die langfristige Perspektive und das mögliche Wachstum sein werden. Als Anleger sollte man auch wissen, womit das Unternehmen sein Geld verdient und wie stark der Wettbewerb in der jeweiligen Branche ist. So vorbereitet könne der Einbruch laut Müller kommen: „Und wenn dann alle panisch sind, holen Sie Ihre Liste heraus – je günstiger der Preis, desto besser für Sie“. Die Strategie für einen langfristigen Erfolg an der Börse verglich Müller mit einer erfolgreichen Fußballmannschaft. „Was nützt es Ihnen, wenn sie 11 Manuel Neuers auf dem Platz haben?“. Vielmehr solle man auf viele gute Spieler sowie einen guten, erfahrenen Trainer setzen. Letzterer stellt in Müllers bildhaftem Vergleich den Fondsmanager dar.

Müller verabschiedete sich an diesem Abend mit einem Appell an die Zuhörer: „Vergessen Sie bei all dem nicht, auch auf Ihr Sparbuch der Erinnerungen einzuzahlen – ein gutes Essen mit dem Partner oder eine schöne Reise. Es kann nicht Ziel sein, auf dem Friedhof der Reichste zu sein!“.