Tag der offenen Tür in Ramelsloh

Neue Räumlichkeiten und 125jähriges Jubiläum

15.11.2017 Ramelsloh

Das hätten sich die Gründer sicher nicht träumen lassen: 125 Jahre, nachdem sie die Spar- und Darlehnskasse Ramelsloh aus der Taufe gehoben haben, öffnet die Bank ihre Pforten in einem funkelnagelneuen Geschäftshaus! Das wird gefeiert: mit einem Tag der offenen Tür am Sonnabend, 25. November, ab 11.00 Uhr in der neuen Filiale, Ohlendorfer Str. 5, gegenüber Knolles Markt. Kunden, Mitglieder und interessierte Besucher aus Ramelsloh, Ohlendorf und Umgegend sind eingeladen, sich die neuen Filiale anzuschauen, die Beratungsräume und den SB-Bereich kennenzulernen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Zur Geschichte der Volksbank gibt es eine Ausstellung und eine Chronik, die von der Historikerin Dr. Kai Rump vom Genossenschaftlichen Archiv in Hanstedt erarbeitet wurden. Eine Zeittafel mit historischen Fotos, alten Geldscheinen und Dokumenten macht die Vergangenheit lebendig.

Die Filiale Ramelsloh im Jahr 1963
1963 eröffnet die Bank das Geschäftsgebäude an der Horner Straße

„Unter der Leitung von Wanderlehrer August Fricke von der Königlichen Landwirtschaftsgesellschaft in Hannover gründen 33 Männer am 26. Februar 1892 die Spar- und Darlehnskasse Ramelsloh“, heißt es in der Chronik. Die vier Gründungsmitglieder Heinrich Eddelbüttel, Heinrich Behr, Peter Warnecke und Fritz Eggert werden in den Vorstand gewählt. Erster Rendant wird Fritz Eggert, er bekommt eine Vergütung von 50 Mark. Als er 1896 verunglückt, wird Pastor Heinrich Freund erster
Vorsitzender und Rendant. Er führt die Geschäfte nebenamtlich im alten Pfarrhaus am Domplatz. Kassenstunden sind dienstags und freitags von 19.00 bis 22.00 Uhr. Darlehen können frühestens drei Wochen nach Antragsstellung ausgezahlt werden. Finanziert werden Aus- und Umbauten der Gehöfte sowie die Anschaffung von Maschinen. Als Erstes kauft die Kasse einen feuerfesten Geldschrank. 1914 verbucht die Kasse schon einen Jahresumsatz von einer halben Million Mark.

Auf den verlorenen Ersten Weltkrieg, die Inflation 1923 und die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges folgen erneut schwere Zeiten. Tausch- und Schwarzhandel blühen. Die Nacht vor der Währungsreform am 20. Juni 1948 verbringt Dorfpolizist Emil Lange in der Bankstube und bewacht das neue Geld. Die Kasse beginnt mit einer Bilanzsumme von 177.407 DM (nach 2,6 Mio. RM in der Schlussbilanz). Die Spargelder werden wieder wertlos. Rendant Willy Poppe muss streng haushalten, Überweisungen bleiben auch schon mal einen Tag liegen, wenn die Bank nicht liquide ist.

 

Eröffnung der neuen Filiale in Ramelsloh
Die Mitarbeiter vor der neuen Volksbank-Filiale an der Ohlendorfer Str. 5, gegenüber dem Edeka Knolles Markt.

1954 übernimmt Hermann Allerding die Leitung der Bank. Er ist der erste hauptamtliche Geschäftsleiter, der eine Fachausbildung durchlaufen hat. Jetzt beginnt ein schneller Aufstieg. 1956 bezieht die Bank ihr erstes eigenes Haus an der Harmstorfer Straße. Wenige Jahre später ist der Neubau schon zu klein, Bilanzsumme und Umsatz haben sich inzwischen vervierfacht. 1963 eröffnet die Bank das neue Geschäftsgebäude an der Horner Straße 3.

1970 kommt es zur Fusion mit der Volksbank Nordheide eG in Hanstedt, die aus dem Zusammenschluss der Spar- und Darlehnskassen Hanstedt und Egestorf hervorgegangen war. Nach weiteren Fusionen verschmilzt die Volksbank Nordheide eG 2011 mit der Volksbank Lüneburger Heide eG. Haupsitz ist Winsen. Mit einer Bilanzsumme von 2,97 Mrd. Euro zum Jahresende 2016 gehört die Volksbank Lüneburger Heide zu den größten Volksbanken in Niedersachsen.

Im Jubiläumsjahr 2017 ist die Filiale Ramelsloh gut aufgestellt. Das neue Geschäftshaus bietet modernste Technik und mehr Raum für Service und Beratung. Im Selbstbedienungsbereich können sich die Kunden nicht nur mit Bargeld versorgen, Kontoauszüge abrufen und Geld überweisen. Über einen großen Info-Bildschirm haben sie ab Ende des Jahres auch die Möglichkeit, mit der Bank in Verbindung zu treten, per E-Mail um einen Termin oder Rückruf zu bitten, Immobilienangebote einzusehen oder sich in der „Veranstaltungswelt“ für Veranstaltungen anzumelden. Der neue Standort ist von Kunden aus Ohlendorf und Ramelsloh gleichermaßen gut zu erreichen. So geht ein langgehegter Wunsch der Ohlendorfer Kunden und Mitglieder in Erfüllung.