Volksbank trotzt der Niedrigzinsphase

01.06.2017 - Winsen

Die Volksbank Lüneburger Heide eG hat sich auch 2016 in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld behauptet. Die Strategie, auf die Schwerpunkte Wachstum, Attraktivität und Stabilität zu setzen, hat sich bewährt. Mit großen Symbolbuchstaben WAS in den Farben der Volksbanken, Blau und Orange, wurden die Vertreter bei der diesjährigen Vertreterversammlung in der Stadthalle Winsen denn auch auf diese Strategie aufmerksam gemacht.

Vertreterversammlung 2017
Dr. Dieter Herzog und (v. l.) auf dem Podium die Vorstandsmitglieder Cord Hasselmann und Gerd-Ulrich Cohrs, Verbandsprüfer Jens Kaltschmidt sowie die stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Heinrich Kanebley und Christine Horn.

„Ihre Volksbank ist ein Fels in der Brandung“, begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Dieter Herzog die rund 350 Vertreter und Gäste. „Wir sind in der digitalen Welt angekommen, ohne die Bodenhaftung und die Verbindung zu den Kunden zu verlieren.“ Digitalisierung betreffe nicht nur das direkte Bankgeschäft: „Wir haben heute die elektronische Erfassung der Angemeldeten und das Ausdrucken der Namensschilder hier getestet“, erklärte er. Auch die neue Crowdfunding-Plattform „Viele schaffen mehr“ sei schon jetzt ein großer Erfolg.

Die Volksbank Lüneburger Heide eG hat im Geschäftsjahr 2016 mit einer Bilanzsumme von 2,97 Milliarden Euro abgeschlossen – ein Zuwachs von 7,5 Prozent (entsprechend 206 Millionen Euro) gegenüber 2015. Auch die Summe der Kundenkredite erhöhte sich: um 5,7 Prozent (84 Millionen Euro) auf 1,57 Milliarden Euro und die Summe der Kundeneinlagen um 9,4 Prozent (196 Millionen Euro) auf knapp 2,3 Milliarden Euro. Die Bank erwirtschaftete einen Bilanzgewinn von 4,2 Mio Euro. Davon fließen 2,3 Millionen in die Rücklagen und 1,8 Millionen Euro werden als Dividende ausgeschüttet. Dies entspricht – wie schon in den Vorjahren – einer Verzinsung von 6 Prozent.

Vertreterversammlung 2017
„Die Strategie, auf die Schwerpunkte Wachstum, Attraktivität und Stabilität zu setzen, hat sich bewährt“. Vorstand Cord Hasselmann bei der Vorstellung der Bilanz 2016.

Diese Ergebnisse legte Vorstand Cord Hasselmann vor und erläuterte dazu die wirtschaftliche Lage der Bank. Die sei bestimmt von den vier Faktoren Niedrigzinsphase, demografischer Wandel, Digitalisierung und Regulierung. Dabei gehe es um Strategien, mit einer anhaltenden Niedrigzinsphase umzugehen – „wir denken da in Dimensionen von vier bis fünf Jahren“. Demografie: Für spätere Zeiten, wenn die sogenannten Babyboomer in Rente gehen, müsse die Volksbank dafür sorgen, dass sie auch mit weniger Mitarbeitern erfolgreich bleibt – Stichwort Digitalisierung. Die Weltwirtschaft biete Chancen und Risiken. So könne man von den Erfahrungen der Japaner profitieren, die schon länger eine Niedrigzinsphase haben. In den USA seien Zinserhöhungen zu erwarten und in Europa ein moderates Wachstum. Ein Unsicherheitsfaktor sei der Brexit, da Großbritannien der drittgrößte Exportkunde Deutschlands sei. „Da sind Belastungen zu erwarten“, so Hasselmann. Die Bankenregulierung mit ihren ständig wachsenden Anforderungen binde zwar Mitarbeiterkapazitäten, „aber den Sinn der Regulierung stelle ich keinesfalls infrage“, betonte der Vorstand.

Vertreterversammlung 2017

Problematisch sei die stark gestiegene Summe der Kundeneinlagen: „Dahinter stecken Neukunden, die Geld bei uns parken, um Strafzinsen zu vermeiden. Wir führen mit solchen Kunden Einzelgespräche, weil wir keine pauschalen Strafzinsen erheben wollen.“

Das Jahr 2016 schloss die Volksbank Lüneburger Heide eG außerdem mit 70.728 Mitgliedern – 1972 mehr als im Vorjahr – und einer Eigenkapitalsumme von 282 Millionen Euro (+16 Mio.) ab.

Das Wertpapiergeschäft wurde weiter ausgebaut. Angesichts des aktuellen Null-Zins-Niveaus haben die Kunden verstärkt in alternative Wertpapieranlagen investiert. Das bedeutete eine erhöhte Nachfrage sowohl nach Zertifikate-Lösungen als auch nach regelmäßig besparten Investmentfonds. Die Volksbank hat ihr Beratungsangebot auf den steigenden Bedarf ausgerichtet und spricht ihre Kunden gezielt an.

Die Nachfrage nach Baufinanzierungen und gewerblichen Finanzierungen verlief weiterhin lebhaft. Um ihr Immobilienangebot durch interessante Objekte zu ergänzen, engagiert sich die Volksbank stärker in der Baulandentwicklung. Dazu wurde die Baulandentwicklungsgesellschaft in Buchholz umfirmiert in die Gesellschaft für Entwickeln und Bauen (GEB) mbH. Einbezogen werden soll die Beteiligungs- und Entwicklungsgesellschaft Walsrode mbH, Walsrode.

Vertreterversammlung 2017

Die Volksbank Lüneburger Heide eG betreute im vergangenen Jahr über 160.000 Kunden. Knapp 4.000 Menschen wurden im letzten Jahr Teilhaber der Bank. Mitgliedschaft wird honoriert und im Alltag erlebbar gemacht – mit Vorteilen, wie mit günstigeren Dispozinsen, einer goldenen Kreditkarte und besonderen Vorteilen in der VBLH-VeranstaltungsWelt. Ab Herbst 2017 gibt die Volksbank Lüneburger Heide eG die goldene VR-BankCard Plus an ihre Mitglieder aus. Damit können Mitglieder bundesweit bei gut 16.000 Partnern Vorteilsleistungen wie Preisnachlässe, Rabatte oder exklusiven Service in Anspruch nehmen.

Die Zahl der Mitarbeiter blieb 2016 annähernd gleich. In über 50 Filialen, einschließlich der Hauptstelle und der Verwaltungsbereiche, arbeiteten im Durchschnitt des Jahres 629 Personen, darunter 203 Mitarbeiter in Teilzeit sowie 42 Auszubildende in allen Ausbildungsjahrgängen. Auch 2017 bildet die Volksbank aus; zum 1. August will sie bis zu 12 neue zukünftige Bankkaufleute in die Ausbildung bringen. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie das interne Schulungsangebot wurden mit fast 3.000 Tagen intensiv genutzt. Auf diese Weise kann die Volksbank Fach- und Führungskräfte in erster Linie aus den eigenen Reihen gewinnen.

Vertreterversammlung 2017
Herzlichen Glückwunsch! Der Vorstand (hinten, v. l.) Gerd-Ulrich Cohrs und Cord Hasselmann, und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dieter Herzog (r.) gratulieren (v. l.) Andreas Baier, Thomas Dannacker, Marianne van Gunst und Michael Röhrs zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat.

Der Aufsichtsrat, der den Jahresabschluss und Lagebericht geprüft hatte, empfahl den Abschluss festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen. Die Vertreter votierten einstimmig für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat sowie für die geplante Höhe der Dividende in Höhe von 6 Prozent. Im Aufsichtsrat standen außerdem Wahlen an: Die zur Wiederwahl vorgeschlagenen Mitglieder Marianne van Gunst, Thomas Dannacker, Andreas Baier und Michael Röhrs wurden in ihren Ämtern bestätigt. Zur Wahl der Vertreter für die kommenden vier Jahre wurde außerdem ein neuer Wahlausschuss gebildet, dem fünf Personen aus Vorstand und Aufsichtsrat sowie aus jeder der zehn Regionen ein Mitgliedervertreter angehört.

Im Anschluss konnten Vertreter und Gäste regionale Spezialitäten aus dem Geschäftsgebiet der Volksbank genießen und sich über besondere kulturelle Angebote informieren. Damit unterstrich die Volksbank ein weiteres Mal die Verbundenheit zu ihrer Region.

Vertreterversammlung 2017
Hoher Besuch: Der Vorstand, Cord Hasselmann und Gerd-Ulrich Cohrs (hinten, v. l.), begrüßte auf der Vertreterversammlung (v. l.) die Weinkönigin von Munster, Sabrina Seiler, die Lüneburger Sülfmeisterin Annabel Köhlbrand, die Erntekönigin von Steinbeck, Wienke Inselmann, und die Heidekönigin von Schneverdingen, Johanna Rosebrock.