Vor 125 Jahren gegründet

Volksbank in Stelle feiert Jubiläum

02.06.2017 - Stelle

Mit einem Empfang, einem Vortrag und der Ehrung langjähriger Mitglieder hat die Volksbank in  Stelle ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert. Dazu gibt es eine Chronik, die von der Historikerin Dr. Kai Rump vom Genossenschaftlichen Archiv in Hanstedt erarbeitet wurden. Eine Zeittafel mit  historischen Fotos, alten Geldscheinen und Dokumenten macht die Vergangenheit lebendig.

125 Jahre Stelle
Die Steller Schule ist Gründungsort und erste Geschäftsstelle der Spar- und Darlehnskasse Stelle. Heute ist hier die Gemeindebücherei untergebracht.

„Am 12. März 1892 gründen 20 Mitglieder der Gemeinde Stelle die Spar- und Darlehnskasse Stelle eGmuH“, heißt es in der Chronik. Die meisten Mitglieder kommen aus der Landwirtschaft, drei sind Handwerker, je einer ist Kaufmann, Lehrer bzw. Förster. Zum ersten Vorsitzender wählen sie Gemeindevorsteher Wilkens, zu seinem Stellvertreter  Hofbesitzer Martens. Das Geschäftsinventar besteht aus einem Protokollbuch, einem Kassenbuch und einem Hauptbuch. Die Soll-Zinsen werden auf 4 ½ Prozent, die Haben- Zinsen auf 3 ½ Prozent und das Eintrittsgeld auf 3 Mark festgesetzt. Jedes Mitglied muss  zunächst 10 Mark einzahlen. Die Geschäfte werden ausschließlich mit Bargeld abgewickelt. Hauptlehrer Heinrich Ritter wird erster Rechnungsführer und hält die Kassenstunden in seiner Wohnung in der Steller Schule ab.

1918, zum 25-jährigen Bestehen, ziehen die „Winsener Nachrichten folgende Bilanz: „Die Sparund Darlehnskasse hat sich als segensreich bewährt. Einst mit keinem Pfennig Vermögen begründet, hat sie jetzt einen Reservefonds von 30.000 Mark angesammelt und arbeitet zurzeit mit einem Kapital von etwa 700.000 Mark. Von dieser Summe wäre wohl mancher Betrag nicht erspart worden, wenn im Orte nicht die Gelegenheit dazu geboten wäre. Aber der Nutzen der Kasse liegt noch tiefer; sie konnte mehr als sechzig neue Abbauerstellen gründen helfen. Dadurch wird die Landflucht am Wirksamsten verhindert. Zumeist verhält es sich so: Zwei junge Leute, die sich heiraten wollen, planen alsbald die Begründung eines neuen Heims, aber ihre Ersparnisse reichen dazu nicht aus. Da springt die Spar- und Darlehnskasse ein, und das Haus wird gebaut. Bei dem Fleiß und der Sparsamkeit der Landleute folgt dann der ersten Kuh bald die zweite. Inzwischen wachsen die Kinder heran ...“

125 Jahre Stelle
Die Mitarbeiter prägen das Gesicht der Volksbank in Stelle (von links:) Matthias Müller, Anja Hinderks, Maren Nagel, Melanie Syhre, Sebastian Bartels.
125 Jahre Stelle
Regionaldirektor Uwe Peters (hinten r.) und Filialleiter Sebastian Bartels (hinten, 3. v. l.) mit ehemaligen Steller Filialleitern, (hinten, v. l.) Bernhard Lührs und Michael Staacke und den langjährigen Mitgliedern (von links:) Siegfried Junge, Traute Junge, Erich Sievers, Leonhard Weirauch, Christa Wendt, Claus Benecke, Claus Kanter, Hermann Ruschmeyer, Peter Engel, Reinhard Gödeke (mit Jacket, unten).

Der Erste und der Zweite Weltkrieg bedeuten auch für die Steller Spar- und Darlehnskasse einen tiefen Einschnitt. Durch die Inflation 1923 und die Währungsreform 1948 gehen viele Spargelder verloren. Aber dann geht es mit dem Wirtschaftswunder bergauf. 1952 bezieht die Spadaka Stelle ihr erstes eigenes Geschäftshaus in der Straße Unter den Linden. Die Erwartung der Kunden wachsen, Bedienung und Beratung werden ausgebaut. Mitte der 1990er Jahre entsteht auf dem Grundstück das heutige Filialgebäude, mit SB-Bereich, einer großzügigen Schalterhalle und drei Beratungsräumen.

Im Jubiläumsjahr 2017 hat die Volksbank Lüneburger Heide eG eine Bilanzsumme von fast drei Mrd. Euro, über 70.000 Mitglieder und rund 630 Beschäftigte, unterhält 54 Filialen und 106 Geldautomaten. In der Filiale Stellte betreuen vier Mitarbeiter insgesamt 2.435 Kunden. Davon sind 856 Mitglieder ihrer Bank. Das Kundenwertvolumen beträgt 51 Mio. Euro.