Halbzeit in Berkeley

Wie studiert es sich in den USA?

Ein erstes Resümee

Das erste Semester ist geschafft und die Hälfte meines Masterstudiums damit schon vorbei. Zeit mal ein wenig über Uni und die Unterschiede zur deutschen Hochschulbildung zu sprechen.

Sommersemester in Berkeley
Sommersemester in Berkeley - nicht ganz so viel los

Dass es finanziell enorme Unterschiede gibt, weiß vermutlich jeder. Während ich in Braunschweig für ein Halbjahr circa 400 Euro Semestergebühren und damit im Jahr 800 € bezahlt habe, belaufen sich die Studiengebühren für meinen einjährigen Master hier in Berkeley auf sage und schreibe 56.000 $.

Kaum zu glauben und für die meisten ohne Studienkredite, Stipendien und Nebenjobs unmöglich. Das ist allerdings nicht der einzige Unterschied. Ihr habt euch vielleicht schon gewundert, warum jetzt (vor Weihnachten) bereits das erste Semester vorbei ist. Das amerikanische Hochschulsystem arbeitet mit Trimestern (Fall, Spring & Summer) wobei die wenigsten Studenten im Sommer tatsächlich Kurse belegen. Dementsprechend ist auch mein Master nach dem Spring Term bereits vollendet.

Einer der größten Unterschiede, den ich schmerzhaft erleben musste, ist der Workload. Während ich in Braunschweig in einem Semester mal 8 Kurse belegt habe (die Klausurenphase war hart), wäre dies in den USA nicht mal im Traum möglich. Ich habe 5 Kurse belegt und war damit schon am Limit. Das liegt daran, dass es hier das ganze Semester über Hausaufgaben und Projekte gibt, die benotet werden und mit in die Endnote fließen. Das hat natürlich Vor- und Nachteile.

Während meines Bachelors hing alles an einer finalen Prüfung, wenn ich die versiebt hätte, hätte ich die Klausur im nächsten Semester wiederholen müssen. Hier allerdings, wäre es nicht so dramatisch, da die “Finals” nur einen “kleinen” Prozentteil der Abschlussnote ausmachen. Jedoch bedeutet das auch, dass das Semester alles andere als entspannt ist 🙂

Lernen @ Berkeley
Nach den Hausaufgaben ist vor dem Porjekt . . .

Ich kann mich an keinen Moment erinnern, an dem ich nicht irgendwelche Hausaufgaben abzugeben hatte. Manchmal kam es sogar so, dass ich gerade die letzte offene Hausarbeit eingereicht hatte und mich irgendwie frei fühlte und just in dem Moment wurde in einem anderen Fach die nächste Aufgabe veröffentlicht - es wurde also nie langweilig 😅

Alles in allem muss ich jedoch sagen, dass mir das System hier gefällt. Ich habe das Gefühl, dass ich super viel lerne, da ich alles Theoretische sofort in Hausaufgaben oder Projekten anwenden muss.

Das soll es dann erstmal wieder von mir gewesen sein 🙂 


Ich hoffe ihr hattet alle schöne Weihnachten und seid gut ins neue Jahr gekommen,

Eure Henny