Wie kommt man in den USA von A nach B?

Eines der weit verbeitesten Vorurteile ist vermutlich, dass man in den USA ein Auto haben MUSS. Ich kann nur so viel sagen, in Berkeley gilt das nicht. Aber damit sei Berkeley wohl auch eine Ausnahme. Die meisten Studenten, die in der Nähe des Campus leben, bewegen sich ausschließlich zu Fuß oder mit dem Bus fort.

Ich habe mir gleich zu Beginn ein Fahrrad gekauft, da ich abseits vom Campus zum Sport gehe und nicht jedes Mal eine halbe Stunde zu Fuß gehen wollte 😄 Für mich war der Beweggrund also hauptsächlich die Geschwindigkeit mit der ich von A nach B komme. Allerdings ist es in Berkeley sehr hügelig, was das Fahrradfahren teilweise echt zum Workout macht. Zudem sind die Straßen hier nicht annähernd in einem so guten Zustand wie in Deutschland. Ich bewege mich daher hauptsächlich auf den sogenannten Bicycle Boulevards fort, da dort weniger bzw. rücksichtvollerer Verkehr vorherrscht und die Straßen in der Regel besser zu befahren sind.

Manch anderen Studenten war das Fahrradfahren wohl zu anstrengend, weshalb sie sich einen Elektroscooter oder ein elektrisches Skateboard zugelegt haben. Die sieht man also auch ab und zu durch die Stadt und auf dem Campus rumdüsen.

Abseits vom Campus gibt es in Berkeley ein relativ, für amerikanische Verhältnisse gut ausgebautes Nahverkehrsnetz. Man kommt mit den Bussen (als Student sogar kostenlos) eigentlich überall hin, sogar nach San Francisco. Das dauert dann aber ein bisschen. Eine schnellere Möglichkeit bietet BART, das ist sowas wie eine Straßen- und U-Bahn, die die größten Städte der Bay Area miteinander verbindet. Im Allgemeinen braucht man in Berkeley also kein Auto, dennoch ist es uuuuunheimlich praktisch eins zu haben bzw. Freunde, die eins besitzen 😄. Die meisten Nationalparks und Wanderwege liegen nämlich doch ein Stück entfernt, weshalb man sich entweder ein Auto mieten (Car-Sharing gibt es hier natürlich auch) muss oder eben die richtigen Freunde braucht 😄

Außerdem ist mir in den ersten Wochen aufgefallen, dass hier „extrem viele“ Elektro- und Hybridautos zu finden sind. Als ich einen Freund gefragt habe, wieso hier so viele Leute E-Autos fahren, hat er mich nur verdutzt angeguckt und gesagt, es sei doch gut für die Umwelt. Dass mir das klar ist und ich mich nur gewundert habe, dass die Amerikaner, die ja bekannt für große Distanzen sind, Elektroautos mit begrenzten Reichweiten und einschränkenden Ladezeiten fahren, hab ich ihm wohl nicht zu verstehen gegeben 😄 Ich habe dann aber mal ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass die USA neben China die meisten Elektroautos bzw. Hybridautos auf den Straßen hat und, dass Kalifornien im Staatenvergleich mit ganz vorne liegt. Also kein Wunder, dass ich an den Kreuzungen kaum noch Motorengräusche höre.

So viel erstmal wieder von mir!

Ich schicke euch sonnige Grüße aus dem noch warmen Kalifornien,

Eure Henny

Hennys Reiseblog Fahrrad