Vereinfachtes Verfahren ab dem 01.01.2015

Aktuelle Umsetzung mit der Abgeltungsteuer

Bereits seit 2009 werden Kapitalerträge grundsätzlich mit 25 Prozent und abgeltend besteuert (Abgeltungsteuer). Dabei nehmen wir als Bank den Steuerabzug automatisch vor. Wir führen die Steuern direkt an die Finanzverwaltung ab und Sie müssen sich um nichts weiter kümmern. Mit diesem Steuerabzug ist die Einkommensteuer abgegolten, d. h. Sie müssen die Kapitaleinkünfte nicht mehr in ihrer Einkommensteuererklärung angeben.

Verfahrenserleichterung ab dem 01.01.2015

Diese Verfahrenserleichterung wird nun auch für die Kirchensteuer auf abgeltungsteuerpflichtige Kapitalerträge (Zinsen) genutzt. Ab dem 01.01.2015 behalten wir die Kirchensteuer somit grundsätzlich automatisch für Sie ein und führen diese direkt an die Religionsgemeinschaften ab, die diese erheben. Sie brauchen sich um nichts mehr kümmern.

Zur Vorbereitung des Kirchensteuerabzugs sind wir gesetzlich verpflichtet, einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) Ihr sogenanntes „Kirchensteuerabzugsmerkmal“ (KiStAM) abzufragen, erstmalig zwischen dem 01.09. und 31.10.2014.

Das KiStAM gibt uns Auskunft über Ihre Zugehörigkeit zu einer Kirchengemeinschaft und den Kirchensteuersatz. 

Wenn Sie mit der Abfrage Ihres KiStAM einverstanden sind, brauchen Sie bezüglich Ihrer Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer nichts zu unternehmen.

Sie haben ein Widerspruchsrecht

Sofern Sie die Kirchensteuer nicht von uns, sondern von dem für Sie zuständigen Finanzamt erheben lassen möchten, können Sie der Übermittlung Ihres KiStAM widersprechen (Sperrvermerk).

Die Sperrvermerkserklärung müssen Sie auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck spätestens bis zum 30.06.2014 beim BZSt einreichen (§ 51a Abs. 2c, 2e Einkommenssteuergesetz).

In diesem Fall sperrt das BZSt bis zu Ihrem Widerruf die Übermittlung Ihres KiStAM für den aktuellen und alle folgenden Abfragezeiträume (jeweils 1.09. bis 31.10.). Wir werden daraufhin keine Kirchensteuer für Sie abführen.

Das BZSt ist gesetzlich verpflichtet, Ihr zuständiges Finanzamt über die Sperre zu informieren. Ihr Finanzamt wird dabei konkret über die Tatsache unserer Anfrage und unserer Anschrift informiert. Das Finanzamt ist gesetzlich gehalten, Sie wegen Ihrer Sperre zur Abgabe einer Kirchensteuererklärung aufzufordern.

Wenn Sie Fragen hierzu haben, setzen Sie sich gern mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater in Verbindung.

Häufige Fragen

Muss ich dann mehr Kirchensteuer bezahlen als bisher?

Nein, die Belastung bleibt gleich, es ändert sich ausschließlich das Verfahren des Einzuges.

Weiß meine Bank dann, welcher Religionsgemeinschaft ich angehöre?

Nein, die Daten werden nur in einer 6-stelligen Kennzahl übermittelt. Die Bank erhält keine Informationen zu den angehörigen Religionsgemeinschaften.

Für welche abgeltungsteuerpflichtigen Kapitalerträge gilt die Regelung?

Der Einzug von Kirchensteuer auf abgeltungsteuerpflichtige Kapitalerträge gilt für die Erträge aller Ihrer Konten und Depots. Das gilt sowohl für Einzelkonten als auch für Gemeinschaftskonten mit Ihrem Ehepartner oder Lebenspartner. So ist es vom Steuerrecht vorgesehen. Es ist nicht möglich, einzelne Konten oder Depots vom automatischen Steuerabzug auszunehmen.

Wann fragt die Bank meine Religionszugehörigkeit beim Bundeszentralamt für Steuern ab?

Das Kirchensteuerabzugsmerkmal (KiStAM) wird einmal jährlich abgefragt und an uns übertragen, sofern kein Sperrvermerk vorliegt. Diesen können Sie bis zum 30.06. eines jeden Jahres beim Bundeszentralamt für Steuern hinterlegen lassen.

Die Auskunft Ihres Kirchensteuerabzugsmerkmals gilt immer für das folgende Jahr.